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Kopp leer

In den letzten Tagen kommt es mir so vor, als wäre mein Kopf einfach nur wie leergefegt. Sonst schießen mir immer 1000 Ideen durch den Kopf, über was ich bloggen könnte, oder was ich tun könnte. Die Kinder waren in der letzten Zeit gehäuft kränklich. Schnupfen, Husten, Quängelei- der übliche Wahnsinn. Eigentlich. Und doch schlaucht es mich derzeit irgendwie. Ich habe das Gefühl, gar nicht mehr hochfahren zu können. Es ist irgendwie ein Dauertief. Das Wetter trägt da sicherlich auch seinen Teil dazu bei. Grau in Grau und ständig wechselnd zwischen warm und kalt. So wie meine Stimmung.

Dazu kommen die ständigen Fragen in unserer Ehe: Wie geht es weiter? Sind wir hier nun gestrandet, oder geht es noch irgendwie weiter? Was wird aus unseren Träumen, aus unseren Zielen, aus unseren Visionen? Kommt da noch irgendwas? Oder war es das jetzt? Bleiben wir hier, ziehen unsere Kinder groß, gehen unserer Arbeit nach und werden hier alt? Das wollen wir nicht! Wir wollen noch mehr vom Leben! Aber wie soll man etwas anpacken, wenn man im Grunde müde ist? Erwarten wir vielleicht zu viel von uns? Sind unsere Pläne zu groß? Wäre es nicht viel gescheiter, einfach noch ein paar Jahre zu warten, bis wir wieder das Gefühl haben, Luft zu bekommen? Bis die Kinder vielleicht mal etwas älter und selbstständiger sind und nicht mehr so sehr abhängig von uns und unserer Fürsorge? Dann kommen natürlich die Gedanken meines Mannes hinzu, die ich auch schon mal in dem Beitrag über Landwirtschaft schrieb, von wegen, dass er schon wollen würde, dass unsere Kinder mit unseren Träumen aufwachsen, um sich damit in späterer Folge identifizieren zu können.

Neben den ganzen Gedanken, die ständig kreisen, möchte ich jedoch mein Leben trotzdem genießen! Ich möchte nicht ständig in einer ungewissen Zukunft leben. Ich möchte im Heute, hier und jetzt leben und mein Leben genießen! Leider scheint dies irgendwie für uns unmöglich zu sein. Ständig machen wir uns Gedanken um die Zukunft. Das geht mir einfach nur auf die Nerven! Unser Leben ist schön! Wir wohnen wunderschön, haben drei gemeinsame wunderbare Kinder und führen wohl auch eine recht gute Ehe, unserer Meinung nach. Warum also dieser ständige Wunsch nach mehr? Das macht unzufrieden! Das möchte ich nicht.

Ich möchte ein Leben voller Humor, voller Liebe, voller Annahme. Allerdings gibt mir das niemand von außen, das weiß ich. Ich muss es für mich innerlich ändern und das ist im Moment ein hartes Stück Arbeit. Es sind immer wieder so Aufs- und Abs. Es gibt Tage da ist alles wunderbar und heiter Sonnenschein und die sind zum Glück die Regel. Aber dann gibt es halt auch die Tage, an denen man nur am Grübeln ist und das ganze Leben in Frage stellt.

Ich las für kurzem, dass besonders das Frühjahr anfällig für Depressionen sei. Warum genau, weiß ich nicht, da ich den Beitrag nicht geöffnet habe. Ich machte mir meiner eigenen Gedanken dazu: Der Frühling steht für den Neubeginn. Was ist, wenn man von neuem beginnen möchte, aber weiß, dass es einem nicht möglich ist, dass man es gar nicht aus eigener Kraft schafft? Das man Hilfe bräuchte für einen Neuanfang, aber keine Hilfe erwarten kann? Das ist Potential für Depressionen. Daher möchte ich eigentlich nicht zu lange in diesen Gedanken verweilen, um nicht krank davon zu werden. Das Leben hat so viele schöne Dinge zu bieten! Ich möchte mich darauf konzentrieren.