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Ruhig bleiben Mama!

Es gibt diese Tage, ihr wisst vielleicht welche ich meine, an denen einfach alles aus dem Ruder läuft. Man ist müde, die Kinder machen nur Blödsinn und hören keinen Strich, wenn man was sagt. Mit viel reden ist dann relativ schnell auch nichts mehr und es geht fix in Schreien meinerseits über, weil ich einfach nicht mehr weiß, wo vorne und hinten ist.

Diese Tage sind meine Bewährungsproben. An denen Tag zeigt es sich für mich, ob ich eine gute Mutter bin. Und wenn ich mich selbst bewerten müsste, würde ich an diesen Tagen mit Pauken und Trompeten durchfallen.

Ich würde jetzt gerne schreiben, diese Tage sind eine absolute Ausnahme, aber das wäre eine glatte Lüge. Die Woche ist lang! Gegen Ende jeder Woche liegen die Nerven oft einfach nur noch blank, besonders dann wenn die Kinder auch noch krank und jammrig sind. Wir hatten jetzt Winter, die Kinder waren gefühlt ständig krank! Ich freue mich jede Woche auf den Freitag Nachmittag, denn dann ist mein Mann zu Hause, bis dann am Montag Morgen der ganze Wahnsinn von Neuem beginnt.

Ich motze gerade ordentlich, ich weiß. Hören viele nicht gerne, wenn man als Mama motzt. Nicht falsch verstehen, ich bin gerne Mama! Liebend gern! Ich möchte mit niemandem auf dieser Welt tauschen! Aber dennoch ist alles nicht immer heiter Sonnenschein. Aber gut, welches Leben ist schon immer heiter Sonnenschein?

Eltern von älteren oder schon großen Kindern sagen dann immer: „Es wird nicht besser! Zwar anders, aber nicht besser.“ Na Danke… Aber wohl ehrlich.

Eine Freundin meinte mal in einem Interview, über sie und den Glauben an Gott: Sie wollte lange nicht Mama werden, weil sie immer so viel Negatives gehört hat.

Diese Aussage machte mich stutzig und nahm mir vor, nicht mehr so viel Negatives über das Mamadasein zu erzählen. Es gelingt mir auch! Meistens zumindest. Man muss sich lediglich auf die schönen Dinge und Begebenheiten konzentrieren. Wenn alles rund läuft, ist das auch gar kein Problem, nicht das Geringste! Aber eben in stressigen Zeiten, sieht man oft nur das Negative.

Zum Glück überwiegt das Positive und davon kann man sich in stressigen Zeiten nähren.

Nun hat es mich erwischt. Krank. Ich bin immer als Letzte dran. Noch ist es nicht schlimm und ich hoffe, dass das auch so bleibt. Aber, das Wochenende steht zum Glück an und somit ist mein Mann zu Hause.

Daher als Titelbild Efeu. Grün ist die Farbe der Hoffnung und Efeu finde ich wunderschön und wirkt, zumindest auf mich, beruhigend.

Effizienz und Elternschaft

Bevor ich Mutter wurde arbeitete ich, wie wohl fast jede Frau hierzulande.

In meinem Ausbildungsberuf, den ich 10 Jahre lang ausführte, war und ist es wichtig, dass man effizient ist. Obwohl ich in einem Dienstleistungsberuf arbeitete, der sich um Menschen kümmert, zählte nur eins: Geschwindigkeit! Arbeitsabläufe wurden immer weiter optimiert. Das Ziel: Es soll immer weniger Personal für einen Arbeitsablauf benötigt werden und die Arbeitskraft immer schneller zum Abschluss des jeweiligen Arbeitsschrittes kommen. Natürlich dürfen trotz allem keine Fehler gemacht werden…! Zeit ist Geld! Auf gut deutsch: Zack Zack und nicht einschlafen beim arbeiten!!!

Manchmal dachten wir uns und schon, es wäre eigentlich besser Roboter statt Menschen einzustellen…

Ja und dann wurde ich Mutter…

… mein Alltag verlangsamte sich schlagartig. Es war furchtbar für mich! Ich wurde jahrelang auf Schnelligkeit und Effizienz getrimmt und auf einmal hatten diese „Werte“ absolut keinen Bestand mehr! Im Gegenteil, es war absolut hinderlich für meinen Alltag. Ein Baby, ein Kind „arbeitet“ nämlich nicht effizient. Es handelt bedarfsorientiert. Wenn ein Baby Hunger hat, Durst hat, schlafen möchte oder sich nach der Mama sehnt, dann schreit es. Egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. Egal, was die Mama gerade macht. Egal, ob es gerade in den Ablauf der Mama hineinpasst.

Das war für mich persönlich die einfach heftigste Umstellung. Von null auf hundert ständig ein kleines Wesen um mich herum, dass mich gefühlt ständig brauchte und ich hatte das Gefühl zu ersticken. Nie das tun können, was ich will, was gerade ansteht, was meiner Meinung nach wichtig war. Das kleine neue Wesen bestimmte ab dem Tag der Geburt mein Leben zu 100%.

Nach inzwischen drei Stillkindern ist das alles jetzt allerdings kein Problem mehr.

Man hat sich Strategien zurechtgelegt, wie sich alles im Alltag integrieren lässt, bzw man hat seinen Alltag so angepasst, dass es so gut wie nicht mit den Bedürfnissen der Kinder  kollidiert. Sobald die Kinder etwas älter und selbstständiger werden kann man sie immer mehr versuchen anzupassen, damit die Eltern mehr Freiraum haben für ihre Wünsche und Bedürfnisse. So jedenfalls die Theorie…

Wenn ich versuche effizient zu sein, endet das bei allen Kindern in Geschrei, Wut und Hilflosigkeit.

Das geschieht meistens, wenn z.B. Termine eingehalten werden müssen und es nicht in Tagesablauf hineinpasst und die Kinder aus ihrem gewohnten Rhythmus herausgerissen werden oder sie schlicht und ergreifend etwas anderes im Kopf haben und ich sie im Stress nicht früh genug auf den Termin vorbereitet habe.
Ich bin nervös und hoffe, dass alles zeitgerecht klappt und das überträgt sich wohl, meiner Vermutung nach, auf die Kinder. Für die Kinder ist es ungewohnt, weil sie nicht wissen was auf sie zukommt und sie reagieren ablehnend oder aggressiv. Kinder kennen keine Uhrzeiten oder sie verstehen nicht, warum man um Punkt 8.30 Uhr spätestens im Kindergarten sein muss. „Warum, Mama?“ ist dann oft die Frage von meinem Großen.

Bedürfnisorientierte Erziehung

Um zum Ende zu kommen: Für mich ist es keine bedürfnisorientierte Erziehung (wenn man Wert auf diese Erziehungsform legt), wenn man versucht den Familienalltag so effizient wie möglich zu gestalten, damit sich alle Wünsche und Bedürfnisse der Eltern integrieren lassen.
Klingt jetzt hart, aber man muss einige Wünsche und Bedürfnisse aufgeben oder erst einmal auf Eis legen, um einen entspannten Familienalltag zu haben.Kinder sind kleine Menschen, die man nicht nach Schema X behandeln kann. Obwohl, können schon, aber dies dient sicher nicht dazu, dass die Kinder glücklich aufwachsen dürfen und eine gute Bindung zu ihren Eltern aufbauen dürfen.
Für die Eltern ist es auch Stress pur. Dieser Stress kann sich dann sehr negativ auf die Kinder auswirken und vielleicht sogar in gewalttätigen Handlungen der Eltern gegenüber den Kindern auswirken.

Man sollte sich im Leben fragen: Was ist wirklich wichtig und nachhaltig für die Zukunft unserer Familie?

Niemand hat behauptet, dass das Leben immer leicht und chillig ist- wer das behauptet, der hat keinen Realitätssinn. Aber man kann sich das Leben so richten, dass man wenigstens innerhalb der Familie eine Auszeit vom stressigen Leben nehmen kann.

Ich finde, die Familie sollte der Ruhepol des Lebens sein.