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Zeit zu zweit in der Ehe

Was ist eine gute Ehe? Was macht eine gute Ehe aus?

Diese Fragen stellen wir uns als Ehepaar immer wieder, obwohl oder gerade deswegen, weil wir der Meinung sind, eine gute Ehe zu führen. Mal besser, mal schlechter, aber zusammengefasst, sind wir meistens recht zufrieden. Und damit dies so bleibt, reflektieren wir viel. Für uns beide ist unser Leben schön, so wie es derzeit läuft. Es kann sein, dass sich die Gegebenheiten irgendwann ändern und wir dann einige Dinge neu sortieren müssen. Dies ist jedoch der Wandel der Zeit und es erscheint uns als normal. Leben bedeutet, im ständigen Wandel zu sein. Was heute reibungslos läuft, kann gestern nicht funktioniert haben und wird vielleicht morgen auch nicht (mehr) funktionieren. Wichtig ist, dass wir beide zusammenhalten, komme was da wolle!

Zweisamkeit

Wir haben nicht viel Zeit für uns, also für uns beide alleine. Wir leben den ganzen Tag für und mit den Kindern. Ich mehr, da ich den ganzen Tag zu Hause bin und er, mittags und am Abend. Gut, er lebt auch für uns als Familie, denn wenn er nicht arbeiten gehen würde, könnten wir unser Leben nicht finanzieren. Wir machen viel gemeinsam. Externe Hobbies hat keiner von uns, derzeit. Denn, woher sollten wir, derzeit, die Zeit für externe Hobbies nehmen? Klar, man kann sich immer irgendwie Zeit freischaufeln, aber das wäre dann immer zum Nachteil des anderen Partners oder zum Nachteil der Kinder. Die Kinder lieben ihren Vater über alles und warten jeden Tag voller Freude, bis er endlich nach Hause kommt!

Kinder

Mein Mann liebt seine Kinder über alles. Es ist oft stressig mit den Kids, und ja wir kommen oft beide an unsere persönlichen Grenzen. Und wie das so ist ich, als Frau, spreche es dann meistens an, wenn ich nicht mehr kann. Er ist eher so der Typ: Es ist halt jetzt so und da muss man durch! Es bleibt einem derzeit sowieso keine andere Wahl. Er meint das nicht negativ, sondern es ist seine Lebenseinstellung: Wenn etwas dran ist, muss es einfach gemacht werden! Ohne Rücksicht auf die eigenen Befindlichkeiten. Er ist der typische Macher, dafür schafft er auch viel! Obwohl ich ihm in der letzten Zeit anmerke, dass es ihm auch oft zu stressig ist. Ich bin da ein bisschen anders. Ich lasse mich oft von meinen Befindlichkeiten und Emotionen leiten. Typisch Frau? Vielleicht.

Allerdings, wer so wie wir drei kleine Kinder zu Hause hat, der weiß: Auf eigene Befindlichkeiten kann im Alltag im Grunde keine Rücksicht genommen werden, denn sonst sind die Kinder ja nicht betreut! Aber trotz allem Stress und persönlichen Einbußen- es ist unser gemeinsames Leben!

Hobbies

Und davon möchten wir/ möchte ich keine Sekunde missen. Wenn man immer nur denkt: Ich möchte jetzt lieber dies oder jenes tun! Oder, warum kann ich dieses oder jenes Hobby nicht mehr ausführen? Oder, weswegen schaffen es andere Paare sich trotz mehreren Kindern immer wieder Zeit für gemeinsame Aktivitäten/ getrennte Aktivitäten freizuschaufeln? Dann wird man unzufrieden. Die Anderen sind anders! Haben andere Möglichkeiten, andere Bedürfnisse im Bezug auf ihre Paarbeziehung. Wir sind beides nicht die Typen, die ständig Zweisamkeit benötigen. Andere Paare sind anders! Wir reden sehr viel zwischendurch, wir sind viel zusammen im Alltag und wir verstehen uns gut. Wenn es Konflikte gibt, diskutieren wir so lange, bis alles wieder bereinigt ist.

Nach nun über sieben Jahren Ehe muss allerdings nicht mehr über jede Kleinigkeit diskutiert werden. Das meiste geschieht intuitiv.

Körperliche Zweisamkeit

Sex? Kommt bei uns derzeit ganz klar zu kurz und kam es in den letzten Jahren auch schon. Während den Schwangerschaften und Stillzeiten war ich für diese „Tätigkeit“ nicht zu haben, war mir zuviel. Haben wir Zeit für Sex? Vielleicht, zwischendurch schnell, aber das mag ich nicht. Wie das bei Frauen halt so ist: wir wollen eher die Zärtlichkeit genießen, als den Akt an sich und dies… benötigt Zeit! Zeit, die man im Alltagstrubel oft nicht hat.
Wenn ich bei anderen Paaren, oder auf Paarberatungsblogs und Seiten liest, dass man regelmäßig Sex haben sollte, um die Paarbeziehung zu stärken, dann überkommt mich eine innerliche Frustration. Klar, Sex ist was Wunderschönes und ja, es ist das körperliche Band, welches ein Paar verbindet und natürlich gehört es zu einer Ehe dazu!
Was jedoch, wenn Sex aus den verschiedensten Gründen nicht (mehr) möglich ist? Wenn ein Partner z.B. so krank wird, dass diese Form der Bindung nicht mehr möglich ist? Viele trennen sich dann wohl in Folge vom kranken Partner und/ oder suchen sich andere Sexualpartner und brechen so die Ehe. Fremdgehen ist traurigerweise mittlerweile wohl relativ legitim geworden, wird auch oft genug propagiert, allein wenn man sich nur spätabends die Werbung im TV ansieht…

Meine These: Wenn eine Beziehung kaputt geht, nur weil im Bett im Moment nicht mehr wirklich viel läuft, hatte diese Beziehung wohl noch nie eine ordentliche Grundlage. 

Aber… Dies ist auch kein Grund zum Aufgeben! Eine Grundlage kann immer neu geschaffen werden! Es müssen nur beide Partner wirklich wollen. Oder? Jeder Mensch ist ein Individuum. Jedes Paar ist in seiner Symbiose einzigartig!

Auf lange Sicht gesehen

Ich für mich denke: Die Kinder werden so schnell groß und in ein paar Jahren sieht die Lage gleich wieder ganz anders aus. Warum kann man nicht einfach abwarten und geduldig sein? Warum muss man immer alles hier und jetzt und gleich haben? Warum kann man nicht mal seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse für eine gewisse Zeit hinten anstellen?

Und so… Werden wir hoffentlich unser ganzes Leben miteinander teilen können und als zufriedenes altes Pärchen irgendwann auf einer Parkbank sitzen, unseren Enkeln und vielleicht schon Urenkeln beim Spielen zusehen und uns denken: Wir hatten ein richtig schönes Leben! Das haben wir gut gemacht!

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