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Mein Onlineleben

Die Menschen, die ich online treffe.

In den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten durfte ich viele, viele interessante Gespräche über die sozialen Netzwerke führen mit Menschen, die sich auch, genauso wie ich, viel Gedanken um und über alles machen.

Nun stellte ich mir die Frage, ob vielleicht das Hauptnutzungsklientel der sozialen Netzwerke vielleicht nicht irgendwie alle gleich ticken? Ich meine damit jetzt keine Weltanschauungen oder privaten Dinge, sondern die Wesenszüge.

Ich nutze die sozialen Netzwerke sehr stark. Wohl zu stark, wenn man den ein oder anderen befragt. Aber ich würde es nicht so stark nutzen, wenn es niemand geben würde, der dort viel und ständig mit mir interagiert. Und die gibt es! Ich durfte inzwischen viele Menschen „kennen lernen“, die genauso viel über die sozialen Netzwerke kommunizieren wie ich. Wenn man dann ins Detail geht, merkt man, dass es in den meisten Menschen innen drin genauso ist, wie bei mir. Damit meine ich die Fragen über den Sinn des Lebens (wenn nicht schon gelöst), Unsicherheiten, Gedankengänge, Vorlieben, Abneigungen… usw

Da ich mich schon viel mit dem Thema Hochsensibilität befassen durfte, bin ich der Ansicht, dass viele aktive Social Media Nutzer hochsensibel sind, oder zumindest sensibel, und so ihren Weg gefunden haben, mit den wirren in ihrem Kopf umzugehen. Für mich war es mal ein Weg, meine Gedanken und Gefühle zu entwirren und es in gerade Bahnen zu lenken. Denn, wo sonst kann man seinen Gedanken und Gefühlen einfach so freien Lauf lassen? In einem direkten Gespräch ist man vom Gesprächspartner abhängig. Im Netz sitze nur ich allein vom dem Endgerät und tippe ein. Ich erwarte oft gar keine Antwort und wenn, dann möchte das Gegenüber antworten, weil ihn mein Geschriebenes anspricht. Positiv oder negativ.

Und doch wird es mir immer mal wieder zu viel. Zu viele Inputs von vielen verschiedenen Menschen, die ich verarbeiten muss und was ich einfach irgendwann nicht mehr schaffe.

Ich überlege mir derzeit, mal wieder eine Social Media Pause einzulegen. Machte ich schon öfter mal, jetzt jedoch nun schon länger nicht mehr. Meine ehemaligen Pausen bestanden darin, mich aus den Kanälen ganz löschen zu lassen. Mittlerweile benötige ich die Kanäle, um meine Blogs zu bewerben und daher wäre eine komplette Löschung wohl recht kontraproduktiv. Daher würde mein erster Schritt beinhalten, mal wieder alle Apps vom Smartphone zu löschen. Das machte ich zuletzt mit Instagram so, ich habe es nicht vermisst! Derzeit bin ich sehr viel auf Twitter unterwegs, es ist eine tolle Plattform, aber ich merke, wie es zu viel wird. Wenn ich mich dazu durchringen kann, wird die App wohl mal für kurz oder lang vom meinem Smartphone verschwinden.
Auf Facebook bin ich fast nicht mehr, auch aus dem Grund, da fast keine persönliche Interaktion mir „Freunden“ mehr stattfindet. Man hat zwar über 100 Freunde auf der Freundesliste, aber davon spricht man, wenn es hoch kommt, mit fünf regelmäßig. Das ist schade. Aber mittlerweile recht normal. Es lagert sich wohl alles immer mehr auf andere Plattformen aus.

Ich liebe die sozialen Netzwerke, aber irgendwann muss man sich auch mal wieder mehr auf das reale Leben konzentrieren, besser gesagt, das geht bei mir ziemlich unter. Es ist bequem einfach online gehen zu können, um mit Menschen zu reden, aber das Verhältnis muss stimmen. Die Menschen, die ich online treffe, kenne ich nicht persönlich. Die sind im Alltag nicht von Belang, unter Umständen werde ich 90% davon im realen Leben nie zu Gesicht bekommen. Es ist alles virtuell. Das birgt eine große Gefahr. Vereinsamung. Internetsucht. Soziale Verarmung. Da muss man sich selbst am Riemen reißen, um dem allem nicht zu verfallen.

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