Mama oder Job oder beides?

Wenn man Mama ist, folgt man automatisch diversen Profilen in den sozialen Netzwerken, die sich mit dem Mama Dasein beschäftigen- klar, es betrifft einen selber und daher ist es interessant.

Immer öfter kommen dort Frauen zu Wort, die sich beschweren, dass (ihr) Mann mehr Geld verdient, früher wieder zum Arbeiten gehen „darf“ und allgemein, das Mannsein scheint für viele äußerst attraktiv zu sein. Oder auch nicht, ganz und gar nicht, man möchte kein Mann sein, man möchte eine starke Frau sein, sich aber trotzdem wie ein Mann verhalten… Besser gesagt, so wie sie denken, dass ein Mann sich verhält und denkt. Ich check’s nicht. Was denn nun?

Arbeiten gehen wird mit einer Auszeit vom Baby gleichgesetzt. Ich denke mir nur: Auszeit??? Was für Jobs machen die ganzen Frauen? Und vor allem, was verdienen sie dann dabei? Für € 500,– im Monat gehe ich während der Elternzeit nicht arbeiten!

Wenn ich früher von meinem Schichtdienst heimgekommen bin, bin ich erst einmal aufs Sofa und habe die Beine langgestreckt und ein Nickerchen gemacht, weil ich einfach fix und alle war! 6 bis 8 Stunden toujour auf den Beinen, und das im Eiltempo. Pause nur erschwert möglich- schnell zwischendurch eine Rauchen, damit man das Gefühl hat, nicht nur für die Arbeit da zu sein. Ständig gefordert von Patienten, Angehörigen, Kollegen, Ärzten und sonstigen diversen Dingen, die so anstehen. Ständig die Verantwortung im Nacken, die man als Fachkraft für den täglichen Ablauf und die Patienten hat. Ständig noch mehr Forderungen, was man während der Arbeitszeit zu erledigen hat- man hätte ja eh nichts zu tun. Ständig motzende Patienten und Angehörigen, weil mal wieder irgendwas nicht zu deren Zufriedenheit verlaufen ist. (Gut, es gab auch hin und wieder sehr nette und freundliche Patienten und Angehörigen!)
Nach Feierabend wollte ich niemand mehr hören und sehen! Selbst an meinen freien Tagen war ich oft so gerädert, dass ich nur herumgammelte und schlief. Kein Wunder nach 6-10 Arbeitstagen am Stück… Das ist keine Übertreibung, sondern normal! Jedenfalls in Deutschland. Leider.

Ich begreife es nicht. Wahrscheinlich haben die alle Bürojöbchen, ohne Verantwortung. Kaffeeklatschfraktion während der Arbeit. Sorry, da werde ich aggressiv und vergreife mich auch mal im Ton. Und verdienen wahrscheinlich noch mehr als eine Pflegefachkraft. Sowas lasse ich nicht auf mir, auf den Frauen, sitzen, die solche Jobs tagtäglich machen! Solche Jobs sind nicht mit einer verantwortungsvollen Elternschaft zu verbinden! Jedenfalls nicht in Vollzeit. Geringfügig lasse ich mir noch gefallen, wenn die Kinder dann mal älter sind.

Die Frau, die nach ein paar Monaten nach der Geburt arbeiten gehen will, soll es tun, aber dies nicht groß als feministische Errungenschaft anpreisen.

Es ist einfach nur ein weg sein wollen von der Verantwortung für das Baby. Kann ich verstehen! Es ist Stress pur, in der ersten Zeit mit dem Baby. Aber es gibt andere Wege sich eine Auszeit zu verschaffen, indem man mal ein, zwei Stunden alleine spazieren geht, oder sich mit Freunden ohne Baby trifft und dafür einen Babysitter engagiert. Aber arbeiten gehen, als Auszeit? Das ist ein Schlag in das Gesicht derer, die gar keine andere Möglichkeit haben und sich nichts sehnlichster wünschen würden, als zu Hause bei ihrem Kind sein zu dürfen. Und ja, diese Frauen gibt es! Mehr als je zuvor, wenn ich der Onlinewelt glauben schenken darf. Gott sei Dank haben viele Frauen mittlerweile erkannt, wie sichtig es ist, eine starke Bindung zu seinem Kind aufzubauen, für eine gesunde Entwicklung und dass das eben nicht funktioniert, wenn das Kind viel irgendwo anders ist. Zu einem Kind, welches nicht da ist, baut man keine Bindung auf! Es ist bestenfalls ein nebeneinander her existieren. Die Bindungspersonen werden von dem Kind dann dort gesucht, wo es meistens ist. Was geschieht mit den Kindern, wenn die Bindungsperson weg fällt? Und das unter Umständen immer wieder? Was macht das mit einem Kind innerlich? Was für Spätfolgen hat das? Vertrauensverlust? Bindungsängste? In späterer Folge bindungsunfähig?

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Posted by Anni Side

Ich bin eine bald fast Mittdreißigerin, die gerne schreibt. Über ihr Leben, über das Leben der anderen und über ihren Glauben.

Das Leben ist schön!

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