Unterwegs mit Kindern

Ich bin sehr selten alleine mit den Kindern unterwegs. Warum? Weil es einfach Stress pur für mich ist. Keine Ahnung, wie das andere Eltern mit kleinen Kindern aushalten, die ständig mit denen irgendwo unterwegs sind, aber ich kann das nicht.

Am Liebsten bin ich zu Hause, in meinen vier Wänden, dort ist alles was wir benötigen, um gut über den Tag zu kommen. Die Kinder können sein wie sie wollen und vor allem, hier ist es mir schnurzpiepegal, wenn die Kinder streiten und schreien. Klar, der Geräuschpegel ist nervtötend, aber hier nervt es nur mich. Unterwegs ist es so, dass wahrscheinlich einige merkwürdig schauen, wenn die Kinder sich lauthals schreiend „unterhalten“ oder streiten. Ich achte mittlerweile nicht mehr darauf (keine Zeit), daher kann ich es nicht mit Bestimmtheit sagen. Allerdings kennt man seine Mitbürger im Großen und Ganzen- mit Kindergeschrei macht man sich keine Freunde in der Erwachsenenwelt.

Außerdem sind zu Hause alle unter Kontrolle. Das ist eigentlich mein Hauptkriterium. Unterwegs ist es mein Hauptstressfaktor, alle Kinder beieinander zu halten.

Gestern waren wir in einem örtlichen interaktiven Naturkundemuseum, nachdem ich meine neuen Brillengläser abgeholt hatte (Juhu! Ich kann wieder ordentlich sehen!!!). Wunderbare Attraktionen, super für Kinder, lehrreich für Große und Erwachsene! Man kann viel lernen, ansehen und ausprobieren. Mein Großer war dort schon öfter mit dem Kindergarten, sprich, kennt sich aus. Für mich und die beiden Kleinen war es der erste Besuch. Und er hatte natürlich nichts besseres zu tun, als nur dahin zurennen, wo er gerne mag und was er kennt und ich trottete mit den Beiden anderen genervt hinterher, die auch an den anderen Dingen Interesse zeigten. Zurückpfeifen wollte ich auch nicht immer, da die Kinder ja auch ihren Spaß haben sollten, sie wollten sowieso schon früher als gedacht abbrechen, was ich nicht einsah und ich wollte zudem nicht ständig meine Stimme erheben müssen. Für was zahle ich Eintritt? Gut, ich musste nur für mich zahlen, aber das fand ich mehr als genug, für ein bis zwei Stunden.

Als wir ankamen waren viele Besucher da, sprich es war eine gewisser Lautstärkepegel vorhanden und meine Kinder fielen im Stimmengewirr und zwischen den Sounds der Attraktionen, gar nicht näher auf. Gegen Ende, Richtung Schließung, änderte dich das schlagartig und ich hatte das Gefühl , nur ich rufe, sorry schreie, in den weiten Exponathallen nach meinem Nachwuchs, der sich schon wieder in alle Winde zerstreut hatte. Da überkam mich schon eine Form von Scham, den Angestellten gegenüber, und ich war froh, als wir aus dem Gebäude waren.

Ein Eis und alle sind zufrieden! Egal, wie die Temperaturen draußen sind, Eis geht immer…

Aber wahrscheinlich ist es gar nicht so schlimm für meine Außenwelt, oder genau das Gegenteil. Kommt immer darauf an, wie sensibel jemand ist. Es gibt Personen, bei denen darf ein Kind nicht mal rufen und sie sind total genervt; den anderen macht es nichts aus, wenn die Kinder neben ihnen lauthals schreien und streiten- so unterschiedlich sind die Menschen. Man kann nie vorhersagen, wie ein Gegenüber reagiert.

Leider habe ich das Gefühl, dass die erste Kategorie langsam überhand nimmt. Gut, es gibt auch wenige Familien mit drei und mehr Kindern. Je mehr Kinder auf einem Haufen, desto lauter- logisch. Nicht umsonst will niemand absolut gerne einen Kindergarten oder einen Spielplatz in der Nachbarschaft. Kinder sind laut! Was für unsere heutige, vom Job gestressten Großstädter ein Problem darstellt, da diese nach Feierabend absolute Ruhe wollen. Ach egal, ich und meine Abneigung gegen Städte, derweil wohne ich in einer. Dumm gelaufen! Hoffe, dies können wir baldigst ändern.

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