Archiv für den Monat: März 2019

Die Träume meines Mannes

Als mein Mann und ich uns kennenlernten, erzählte er mir gleich von seinem Lebenstraum: eine eigene Landwirtschaft gründen. Für mich war es erst einmal merkwürdig, da ich mir darüber noch nie Gedanken machte, aber im Laufe der vielen Gespräche, die wir darauffolgend führten, konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden. Für ihn war es enorm wichtig, dass ich zustimme, bei seinem Traum mitzumachen, denn sonst hätte er mich nicht geheiratet. Das hat mir enorm imponiert! Endlich ein Mann der ganz klar sagt was er will und auch alles dafür tut, damit sich sein Traum erfüllt! Außerdem hatte er ein großes cooles Auto, einen PickUp, und ich stand schon immer auf große Autos… 😉

Er hat bisher alles menschenmögliche getan, damit sein Traum Wirklichkeit werden kann. Leider scheitert es an dem Objekt selbst, da weder Geld noch ein Erbe in Aussicht ist.

Nun sind seit unserem Zusammenkommen 9 Jahre vergangen, wir haben geheiratet, drei Kinder bekommen, uns ein schönes zu Hause geschaffen, aber… Kein Bauernhof in Sicht.

Langsam aber sicher wird mein Mann unruhig, sehr unruhig und nicht selten streiten wir uns in der letzten Zeit, wenn es um das Thema geht. Er wirft mir vor es gar nicht wirklich zu wollen, er könne seine Pläne gleich begraben, wenn ich nicht mitmachen möchte und ich sage, ich mache mir erst Gedanken darum, wenn es soweit ist! Ich habe genügend andere Dinge im Kopf, die im Moment für mich relevanter sind. Außerdem habe ich noch eigene Pläne, die sich aber mit guter Planung laut mir ohne Probleme integrieren lassen, wenn es dann soweit ist.

Ich verstehe ihn! Für ihn wäre es wichtig, dass unsere Kinder mit dem allem aufwachsen. Quasi von klein auf damit bekannt sind und eine Freude dafür entwickeln. Und dafür läuft uns langsam die Zeit davon. Unser Großer ist nun fünf. Weitere fünf Jahre (und was sind schon fünf Jahre?) und er ist 10 und fast schon in der Pubertät, dann ist es so gut wie vorbei mit einer möglichen Prägung. Wenn man etwas aufbaut, möchte man logischerweise, dass es die Kinder, oder zumindest ein Kind, es später übernimmt.

Im Frühling wird mein Mann immer enorm unruhig, Aufbruchstimmung, das kenne ich, aber es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.

Ich hoffe, dass sich bald mal was tut!!!

Ich liebe gebrauchte Dinge!

Ja, wirklich! Ich liebe gebrauchte Dinge! Am Liebsten die, die man für fast lau oder geschenkt bekommt. Es ist jedesmal eine große Freude für mich, wenn ich etwas für mich oder für die Kinder günstig gebraucht erstehe oder eben geschenkt bekomme.

Und in der letzten Zeit haben wir sooooo wahnsinnig viel geschenkt bekommen, dass ich vor lauter Glück gar nicht sagen kann, wie dankbar ich bin! Es waren keine unsinnigen Dinge, sondern Gegenstände, die wirklich benötigt werden oder schon lange gewünscht wurden. Wenn (gebrauchte) Dinge defekt sind, werden diese bei uns repariert, wenn möglich. Daher ist es nicht schlimm, wenn etwas nicht zu 100% intakt ist. Das Ding sollte seine Bestimmung noch erfüllen können und wenn nicht, mit geringem Aufwand reparabel sein. Reparieren statt wegwerfen! Natürlich muss man vorher schon kalkulieren, ob es sich lohnt, aber meistens lohnt es sich. Es geht dabei ja nicht um ein Haus oder ein Auto, sondern um Alltagsgegenstände.

Die gut gefüllten Kleiderschränke der Jungs

Die Woche bekam ich eine riesen Ladung Kinderkleidung und Kinderspiele geschenkt. Eine Freundin rief mich an und fragte, ob ich Jungenkleidung und Spielsachen benötige- ihre Schwester würde aussortieren. Ja klar, gerne! Bei meinem Großen stand ohnehin die nächste Größe an und so durften wir uns einige hunderter an Geld sparen. Super!

Mein neues Fahrrad

Ich wollte schon lange ein anderes Fahrrad. Mein Altes finde ich seit meiner ersten Schwangerschaft nicht mehr bequem, seitdem bin ich auch nicht mehr gefahren und möchte es weggeben. Erst war es an meine Mutter verliehen, die es aber dann in Folge auch unbequem fand und derzeit ist es nun an meinen Bruder verliehen. Es ist ein Jugend Mountainbike und irgendwie ist mein Körperbau nicht mehr dafür gemacht. Wahrscheinlich werde ich nun demnächst versuchen, es auf dem Gebrauchtmarkt zu verkaufen, oder wir heben es für die Jungs auf. Es ist ein super Rad, welches ich mir vor etwa über 10 Jahren neu kaufte. Aufheben lohnt sich, eben nachgedacht, ziemlich wahrscheinlich mehr, als verkaufen.

Im Herbst fragte ich auf Facebook nach, ob jemand ein Fahrrad übrig hat und eine Freundin meldete sich, dass sie eines übrig hätte, aber irgendwie verlief es dann im Sand und ich fragte auch nicht mehr nach, weil ich nicht betteln wollte. Vor zwei Wochen fragte ich dann erneut auf Facebook, ob jemand jemand kennt, der ein Fahrrad übrig hat und diese Freundin meldete sich wieder, sie dachte ich hätte schon eines und hat sich nicht mehr gemeldet. Missverständnis hoch 10! So kann es gehen! Nachdem sie mir ein Bild von dem Rad zugesandt hat, fragte ich sie dann, wie viel sie für das Fahrrad möchte und sie meinte: „Nichts!“ Krass! Sie erklärte, sie habe ein E- Bike geschenkt bekommen und daher benötigt sie ihres nicht mehr. Und so kam ich gratis zu einem Fahrrad und in Folge dann auch noch gratis zu einem Kindersitz! Eine andere Freundin schenkte uns dann folgend noch ihren gebrauchten Kindersitz. Nun kann die ganze Familie endlich gemeinsam Fahrradfahren gehen. Wie cool ist das denn? Sehr cool!

Am vergangenen Wochenende haben wir dann die erste gemeinsame Fahrradtour zu fünft gemacht. Premiere! Herrlich war’s! „Leider“ hab ich keine Bilder davon gemacht. Aber muss ja nicht immer sein! 😉

Mein Großer mit seinem Fahrrad

Mit dem Fahrrad von meinem Großen ging es uns ähnlich. Ich sah das Kindermountainbike auf einem regionalen Onlineflohmarkt für € 5,–. Da wurde nicht lange gefackelt, sondern zugeschlagen! Warum war es so billig? Weil der hintere Seilzug von der Hinterradbremse gerissen war und es wohl keiner reparieren wollte. Gut, das Fahrrad ist insgesamt wohl schon älter, aber steht noch super da! Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl hat mein Mann den Seilzug repariert und unser Sohn hat nun einer super cooles Fahrrad!

Das Anhängerfahrrad

Unserer Mittlerer kann noch nicht selber Fahrradfahren und da ich stur bin und keinen Kinderanhänger (Kiki) wollte, sahen wir uns nach Alternativen um und ich fand die Möglichkeit eines Anhängerfahrrads. Nach längerem Suchen fand ich eines für ein paar Euro, ebenfalls in einem örtlichen Onlineflohmarkt. Man musste ein paar Dinge reparieren und mein Mann meinte, für den Aufwand sei es eigentlich noch zu teuer gewesen, aber es funktioniert nun wie eine 1! Perfekt!

Folglich sind wir der Meinung: Das Leben muss nicht teuer sein! Auch nicht mit Kindern! Man kann viel Geld sparen, wenn man kaputte Dinge repariert, statt sie wegzuwerfen und vor allem, gebraucht kauft!

Die Skier für unsere Kinder kauften wir ebenfalls gebraucht. Nur so können wir es uns als Familie leisten, dass alle Skifahren gehen können! Für Österreicher ist es ja fast schon eine Pflicht Skifahren zu können… Und da ich die einzige Deutsche im Haushalt bin, bin ich überstimmt! Spaß, ich fahre natürlich auch Ski, wenn auch seit meiner ersten Schwangerschaft nicht mehr. Wer weiß, vielleicht schaffte ich nächstes Jahr mal wieder auf die Piste!? Würde mich freuen, dafür müsste ich allerdings erst noch ein paar Kilo abnehmen, damit ich wieder in meine Skikleidung passe… Aber gut, das ist ein anderes Thema… 😜
Das wirklich teure sind im Grunde die Skipässe und die Transferfahrten in die Skigebiete, aber da gibt es auch spezielle Angebote für Familien. Mal sehen, wie wir das in Zukunft meistern! Je nachdem, wie gerne die Kinder später fahren, kann man sich auch einen Jahres- Familienskipass gönnen. Man gönnt sich ja sonst nichts!

Mir geht es beim Gebrauchtkauf nicht primär darum die Umwelt zu schützen, obwohl es natürlich ein toller Nebeneffekt ist, sondern lediglich darum, dass wir so viel Geld sparen können!

Mama oder Job oder beides?

Wenn man Mama ist, folgt man automatisch diversen Profilen in den sozialen Netzwerken, die sich mit dem Mama Dasein beschäftigen- klar, es betrifft einen selber und daher ist es interessant.

Immer öfter kommen dort Frauen zu Wort, die sich beschweren, dass (ihr) Mann mehr Geld verdient, früher wieder zum Arbeiten gehen „darf“ und allgemein, das Mannsein scheint für viele äußerst attraktiv zu sein. Oder auch nicht, ganz und gar nicht, man möchte kein Mann sein, man möchte eine starke Frau sein, sich aber trotzdem wie ein Mann verhalten… Besser gesagt, so wie sie denken, dass ein Mann sich verhält und denkt. Ich check’s nicht. Was denn nun?

Arbeiten gehen wird mit einer Auszeit vom Baby gleichgesetzt. Ich denke mir nur: Auszeit??? Was für Jobs machen die ganzen Frauen? Und vor allem, was verdienen sie dann dabei? Für € 500,– im Monat gehe ich während der Elternzeit nicht arbeiten!

Wenn ich früher von meinem Schichtdienst heimgekommen bin, bin ich erst einmal aufs Sofa und habe die Beine langgestreckt und ein Nickerchen gemacht, weil ich einfach fix und alle war! 6 bis 8 Stunden toujour auf den Beinen, und das im Eiltempo. Pause nur erschwert möglich- schnell zwischendurch eine Rauchen, damit man das Gefühl hat, nicht nur für die Arbeit da zu sein. Ständig gefordert von Patienten, Angehörigen, Kollegen, Ärzten und sonstigen diversen Dingen, die so anstehen. Ständig die Verantwortung im Nacken, die man als Fachkraft für den täglichen Ablauf und die Patienten hat. Ständig noch mehr Forderungen, was man während der Arbeitszeit zu erledigen hat- man hätte ja eh nichts zu tun. Ständig motzende Patienten und Angehörigen, weil mal wieder irgendwas nicht zu deren Zufriedenheit verlaufen ist. (Gut, es gab auch hin und wieder sehr nette und freundliche Patienten und Angehörigen!)
Nach Feierabend wollte ich niemand mehr hören und sehen! Selbst an meinen freien Tagen war ich oft so gerädert, dass ich nur herumgammelte und schlief. Kein Wunder nach 6-10 Arbeitstagen am Stück… Das ist keine Übertreibung, sondern normal! Jedenfalls in Deutschland. Leider.

Ich begreife es nicht. Wahrscheinlich haben die alle Bürojöbchen, ohne Verantwortung. Kaffeeklatschfraktion während der Arbeit. Sorry, da werde ich aggressiv und vergreife mich auch mal im Ton. Und verdienen wahrscheinlich noch mehr als eine Pflegefachkraft. Sowas lasse ich nicht auf mir, auf den Frauen, sitzen, die solche Jobs tagtäglich machen! Solche Jobs sind nicht mit einer verantwortungsvollen Elternschaft zu verbinden! Jedenfalls nicht in Vollzeit. Geringfügig lasse ich mir noch gefallen, wenn die Kinder dann mal älter sind.

Die Frau, die nach ein paar Monaten nach der Geburt arbeiten gehen will, soll es tun, aber dies nicht groß als feministische Errungenschaft anpreisen.

Es ist einfach nur ein weg sein wollen von der Verantwortung für das Baby. Kann ich verstehen! Es ist Stress pur, in der ersten Zeit mit dem Baby. Aber es gibt andere Wege sich eine Auszeit zu verschaffen, indem man mal ein, zwei Stunden alleine spazieren geht, oder sich mit Freunden ohne Baby trifft und dafür einen Babysitter engagiert. Aber arbeiten gehen, als Auszeit? Das ist ein Schlag in das Gesicht derer, die gar keine andere Möglichkeit haben und sich nichts sehnlichster wünschen würden, als zu Hause bei ihrem Kind sein zu dürfen. Und ja, diese Frauen gibt es! Mehr als je zuvor, wenn ich der Onlinewelt glauben schenken darf. Gott sei Dank haben viele Frauen mittlerweile erkannt, wie sichtig es ist, eine starke Bindung zu seinem Kind aufzubauen, für eine gesunde Entwicklung und dass das eben nicht funktioniert, wenn das Kind viel irgendwo anders ist. Zu einem Kind, welches nicht da ist, baut man keine Bindung auf! Es ist bestenfalls ein nebeneinander her existieren. Die Bindungspersonen werden von dem Kind dann dort gesucht, wo es meistens ist. Was geschieht mit den Kindern, wenn die Bindungsperson weg fällt? Und das unter Umständen immer wieder? Was macht das mit einem Kind innerlich? Was für Spätfolgen hat das? Vertrauensverlust? Bindungsängste? In späterer Folge bindungsunfähig?

Effizienz und Elternschaft

Bevor ich Mutter wurde arbeitete ich, wie wohl fast jede Frau hierzulande.

In meinem Ausbildungsberuf, den ich 10 Jahre lang ausführte, war und ist es wichtig, dass man effizient ist. Obwohl ich in einem Dienstleistungsberuf arbeitete, der sich um Menschen kümmert, zählte nur eins: Geschwindigkeit! Arbeitsabläufe wurden immer weiter optimiert. Das Ziel: Es soll immer weniger Personal für einen Arbeitsablauf benötigt werden und die Arbeitskraft immer schneller zum Abschluss des jeweiligen Arbeitsschrittes kommen. Natürlich dürfen trotz allem keine Fehler gemacht werden…! Zeit ist Geld! Auf gut deutsch: Zack Zack und nicht einschlafen beim arbeiten!!!

Manchmal dachten wir uns und schon, es wäre eigentlich besser Roboter statt Menschen einzustellen…

Ja und dann wurde ich Mutter…

… mein Alltag verlangsamte sich schlagartig. Es war furchtbar für mich! Ich wurde jahrelang auf Schnelligkeit und Effizienz getrimmt und auf einmal hatten diese „Werte“ absolut keinen Bestand mehr! Im Gegenteil, es war absolut hinderlich für meinen Alltag. Ein Baby, ein Kind „arbeitet“ nämlich nicht effizient. Es handelt bedarfsorientiert. Wenn ein Baby Hunger hat, Durst hat, schlafen möchte oder sich nach der Mama sehnt, dann schreit es. Egal zu welcher Tages- und Nachtzeit. Egal, was die Mama gerade macht. Egal, ob es gerade in den Ablauf der Mama hineinpasst.

Das war für mich persönlich die einfach heftigste Umstellung. Von null auf hundert ständig ein kleines Wesen um mich herum, dass mich gefühlt ständig brauchte und ich hatte das Gefühl zu ersticken. Nie das tun können, was ich will, was gerade ansteht, was meiner Meinung nach wichtig war. Das kleine neue Wesen bestimmte ab dem Tag der Geburt mein Leben zu 100%.

Nach inzwischen drei Stillkindern ist das alles jetzt allerdings kein Problem mehr.

Man hat sich Strategien zurechtgelegt, wie sich alles im Alltag integrieren lässt, bzw man hat seinen Alltag so angepasst, dass es so gut wie nicht mit den Bedürfnissen der Kinder  kollidiert. Sobald die Kinder etwas älter und selbstständiger werden kann man sie immer mehr versuchen anzupassen, damit die Eltern mehr Freiraum haben für ihre Wünsche und Bedürfnisse. So jedenfalls die Theorie…

Wenn ich versuche effizient zu sein, endet das bei allen Kindern in Geschrei, Wut und Hilflosigkeit.

Das geschieht meistens, wenn z.B. Termine eingehalten werden müssen und es nicht in Tagesablauf hineinpasst und die Kinder aus ihrem gewohnten Rhythmus herausgerissen werden oder sie schlicht und ergreifend etwas anderes im Kopf haben und ich sie im Stress nicht früh genug auf den Termin vorbereitet habe.
Ich bin nervös und hoffe, dass alles zeitgerecht klappt und das überträgt sich wohl, meiner Vermutung nach, auf die Kinder. Für die Kinder ist es ungewohnt, weil sie nicht wissen was auf sie zukommt und sie reagieren ablehnend oder aggressiv. Kinder kennen keine Uhrzeiten oder sie verstehen nicht, warum man um Punkt 8.30 Uhr spätestens im Kindergarten sein muss. „Warum, Mama?“ ist dann oft die Frage von meinem Großen.

Bedürfnisorientierte Erziehung

Um zum Ende zu kommen: Für mich ist es keine bedürfnisorientierte Erziehung (wenn man Wert auf diese Erziehungsform legt), wenn man versucht den Familienalltag so effizient wie möglich zu gestalten, damit sich alle Wünsche und Bedürfnisse der Eltern integrieren lassen.
Klingt jetzt hart, aber man muss einige Wünsche und Bedürfnisse aufgeben oder erst einmal auf Eis legen, um einen entspannten Familienalltag zu haben.Kinder sind kleine Menschen, die man nicht nach Schema X behandeln kann. Obwohl, können schon, aber dies dient sicher nicht dazu, dass die Kinder glücklich aufwachsen dürfen und eine gute Bindung zu ihren Eltern aufbauen dürfen.
Für die Eltern ist es auch Stress pur. Dieser Stress kann sich dann sehr negativ auf die Kinder auswirken und vielleicht sogar in gewalttätigen Handlungen der Eltern gegenüber den Kindern auswirken.

Man sollte sich im Leben fragen: Was ist wirklich wichtig und nachhaltig für die Zukunft unserer Familie?

Niemand hat behauptet, dass das Leben immer leicht und chillig ist- wer das behauptet, der hat keinen Realitätssinn. Aber man kann sich das Leben so richten, dass man wenigstens innerhalb der Familie eine Auszeit vom stressigen Leben nehmen kann.

Ich finde, die Familie sollte der Ruhepol des Lebens sein.
 
 
 

Wochenende mit der Familie

Ich liebe das Wochenende! Das ist für mich die schönste Zeit der ganzen Woche. Mein Mann ist zu Hause und ich bin nicht den ganzen Tag alleine für alles verantwortlich. Unter der Woche muss man einfach durchbeißen. Egal was ist und wie es mir geht: Haltung bewahren! Die Firma muss weiterlaufen! Am Wochenende lehne ich mich entspannt zurück, weil ich weiß, ich muss die ganze Verantwortung nicht alleine tragen.

Und so erledigen wir gemeinsam alles was so anfällt. Wocheneinkauf, Haushalt, Kinderbetreuung, Termine, Familienangelegenheiten. Das ist so schön, dass ich das am Liebsten die ganze Zeit so hätte.

Ausflüge und Spaziergänge mit allen zusammen, sind natürlich mein absolutes Highlight. Irgendwie merkt man dann ganz besonders, dass man zusammen gehört. Man ist als Einheit unterwegs. Man ist durch nichts abgelenkt. Man hat Zeit zu reden, zu spielen und sich seines Leben zu erfreuen. Gut, es war auch schon mal anders, als die Kinder ganz klein waren und diese dann auf einmal anfingen zu schreien. Aber über diese Zeiten sind wir, denke ich jedenfalls, hinaus. Jedenfalls bei kleinen Ausflügen.

Es ist Freitag! Yeah! Das Wochenende steht vor der Tür! 💃

Wünsche allen Leserinnen und Lesern ein schönes und entspanntes Wochenende, im Kreise der Familie!

Liebe Grüße,

eure Anni Side

Unterwegs mit Kindern

Ich bin sehr selten alleine mit den Kindern unterwegs. Warum? Weil es einfach Stress pur für mich ist. Keine Ahnung, wie das andere Eltern mit kleinen Kindern aushalten, die ständig mit denen irgendwo unterwegs sind, aber ich kann das nicht.

Am Liebsten bin ich zu Hause, in meinen vier Wänden, dort ist alles was wir benötigen, um gut über den Tag zu kommen. Die Kinder können sein wie sie wollen und vor allem, hier ist es mir schnurzpiepegal, wenn die Kinder streiten und schreien. Klar, der Geräuschpegel ist nervtötend, aber hier nervt es nur mich. Unterwegs ist es so, dass wahrscheinlich einige merkwürdig schauen, wenn die Kinder sich lauthals schreiend „unterhalten“ oder streiten. Ich achte mittlerweile nicht mehr darauf (keine Zeit), daher kann ich es nicht mit Bestimmtheit sagen. Allerdings kennt man seine Mitbürger im Großen und Ganzen- mit Kindergeschrei macht man sich keine Freunde in der Erwachsenenwelt.

Außerdem sind zu Hause alle unter Kontrolle. Das ist eigentlich mein Hauptkriterium. Unterwegs ist es mein Hauptstressfaktor, alle Kinder beieinander zu halten.

Gestern waren wir in einem örtlichen interaktiven Naturkundemuseum, nachdem ich meine neuen Brillengläser abgeholt hatte (Juhu! Ich kann wieder ordentlich sehen!!!). Wunderbare Attraktionen, super für Kinder, lehrreich für Große und Erwachsene! Man kann viel lernen, ansehen und ausprobieren. Mein Großer war dort schon öfter mit dem Kindergarten, sprich, kennt sich aus. Für mich und die beiden Kleinen war es der erste Besuch. Und er hatte natürlich nichts besseres zu tun, als nur dahin zurennen, wo er gerne mag und was er kennt und ich trottete mit den Beiden anderen genervt hinterher, die auch an den anderen Dingen Interesse zeigten. Zurückpfeifen wollte ich auch nicht immer, da die Kinder ja auch ihren Spaß haben sollten, sie wollten sowieso schon früher als gedacht abbrechen, was ich nicht einsah und ich wollte zudem nicht ständig meine Stimme erheben müssen. Für was zahle ich Eintritt? Gut, ich musste nur für mich zahlen, aber das fand ich mehr als genug, für ein bis zwei Stunden.

Als wir ankamen waren viele Besucher da, sprich es war eine gewisser Lautstärkepegel vorhanden und meine Kinder fielen im Stimmengewirr und zwischen den Sounds der Attraktionen, gar nicht näher auf. Gegen Ende, Richtung Schließung, änderte dich das schlagartig und ich hatte das Gefühl , nur ich rufe, sorry schreie, in den weiten Exponathallen nach meinem Nachwuchs, der sich schon wieder in alle Winde zerstreut hatte. Da überkam mich schon eine Form von Scham, den Angestellten gegenüber, und ich war froh, als wir aus dem Gebäude waren.

Ein Eis und alle sind zufrieden! Egal, wie die Temperaturen draußen sind, Eis geht immer…

Aber wahrscheinlich ist es gar nicht so schlimm für meine Außenwelt, oder genau das Gegenteil. Kommt immer darauf an, wie sensibel jemand ist. Es gibt Personen, bei denen darf ein Kind nicht mal rufen und sie sind total genervt; den anderen macht es nichts aus, wenn die Kinder neben ihnen lauthals schreien und streiten- so unterschiedlich sind die Menschen. Man kann nie vorhersagen, wie ein Gegenüber reagiert.

Leider habe ich das Gefühl, dass die erste Kategorie langsam überhand nimmt. Gut, es gibt auch wenige Familien mit drei und mehr Kindern. Je mehr Kinder auf einem Haufen, desto lauter- logisch. Nicht umsonst will niemand absolut gerne einen Kindergarten oder einen Spielplatz in der Nachbarschaft. Kinder sind laut! Was für unsere heutige, vom Job gestressten Großstädter ein Problem darstellt, da diese nach Feierabend absolute Ruhe wollen. Ach egal, ich und meine Abneigung gegen Städte, derweil wohne ich in einer. Dumm gelaufen! Hoffe, dies können wir baldigst ändern.

Über’s shoppen und den Ehemann

Wer jetzt hier erwartet, dass ich über meinen Mann abmotze, weil er beim shoppen nervt, oder immer sagen würde, ich gebe zu viel Geld aus, ist wohl bei diesem Beitrag fehl am Platz- oder darf zur Abwechslung mal etwas über ein anderes weibliches Shoppingverhalten lesen.

Ich hasse shoppen gehen!

Es gibt nichts Nervigeres für mich, als wenn ich merke, es passt nichts mehr (also, dann ist es wirklich so, weil ich z.B. mal wieder zugenommen hatte und alles ist einfach zu eng und zwickt und zwackt hier und dort und ich sehe aus wie eine Quetschwurst), oder die Kleidung erfüllt seinen Zweck nicht mehr und sieht mittlerweile merkwürdig aus (z.B. Stillkleidung- ich ziehe derzeit, vier Monate nach dem Abstillen, immer noch meine Still-BH’s an!), oder die Klamotten gehen schlicht und ergreifen mit der Zeit kaputt: Farben sind ausgebleicht, Shirts und Hosen durch vieles Waschen und Tragen aus der Form, und an den bekannten Stellen kleine Löcher. An gut zu reparierenden Stellen werden Löcher geflickt, aber manchmal lohnt sich das einfach nicht mehr, weil der Stoff zu dünn.

Und wenn ich in so einer Situation immer noch nicht meine Arsch hochbekomme, kommt mein werter Ehemann zu mir und meint, ich muss mal wieder neue Kleidung kaufen gehen. Daraufhin reagiere ich meistens auch noch nicht und irgendwann kommt er mit dem Laptop daher, mit einem geöffneten Onlineshop im Browser und zeigt mir den Warenkorb- mit Onlineshopping konnte ich mich immer schon mehr anfreunden.

Mein Mann sucht mir meine Klamotten aus! Was geht ab?

Er hat ehrlich gesagt gar keinen so schlechten Geschmack, auch wenn er mir die Kleidung immer eine Nummer zu klein bestellen möchte… Ich hätte lieber groß und weit und er eher kleiner und eng. Männer… 😉
Allerdings weiß er inzwischen, was für einen Stil ich bevorzuge und sieht zu, dass es zu meinem Geschmack passt- meistens. Klar, vieles fliegt postwendend dann wieder aus dem Warenkorb, aber vieles wird tatsächlich bestellt, was er mir aussucht! Da wir dieses Spiel mittlerweile seit ein paar Jahren so treiben, verlasse ich mich inzwischen tatsächlich auf ihn. So blöd es klingt. Hoffentlich weiß er das nicht… 😂😜

Lediglich der wöchentliche Lebensmitteleinkauf ist meine Aufgabe. So sehr ich es auch hasse. Aber naja, wer essen mag, muss halt was dafür tun! Und hier möchten alle essen, logisch und vorzugsweise gutes Essen. Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen und ich liebe meine Familie und möchte, dass sie etwas Gutes und Gesundes zu essen bekommen! Jedenfalls manchmal… 😆

Ich muss immer lachen, wenn ich über die traditionelle Rollenverteilung lese und wie sich da die einzelnen Partner dann verhalten sollten und dass dies ja automatisch auf alle Familien zu träfe, bei denen die Frau zu Hause bei den Kindern bleibt und der Mann das Geld nach Hause bringt. Nein, bei uns trifft davon vieles nicht zu! Ich kaufe meinen Mann keine Kleidung, macht er selbst, er kauft sie sogar für mich! Nein, mein Mann legt sich nicht am Abend auf die Couch und lässt sich sein Bier bringen, während ich die schreienden Kinder ins Bett bringe. Im Gegenteil, er bringt oft den Großteil der Kinder ins Bett, einfach weil die Kinder sich am Abend auf ihren Vater stürzen, während ich mein Zeug mache- blogge oder Haushalt noch fertig, auch weil ich das Geschrei nicht mehr hören kann. Nein, mein Mann motzt nicht darüber, dass ich zu viel Geld ausgeben, im Gegenteil, er ermuntert mich immer wieder mal, mir doch mal was zu gönnen! Anders herum übrigens genauso.

Ich bin zufrieden, wenn ich meine vier Wände um mich habe, einen zufriedenen Ehemann (für die Harmonie im Haus), meine Kinder und meine Hobbies. Das füllt mich aus und macht mich glücklich. Bin ich wirklich so einfach zu befriedigen? Anscheinend ja. Lustig.

Zu Beginn, als wir Eltern wurden, war er der Gütige und ich die Harsche, inzwischen ist es öfter eher umgekehrt. Nein, stimmt auch nicht ganz, denke wir haben uns immer mehr aneinander angenähert und verhalten uns den Kindern gegenüber inzwischen relativ gleich.
Ich durfte meine weibliche Mutterrolle zum Glück entdecken und tue es immer noch. Lange Zeit wusste ich nicht, wie ich mich in meiner Mutterrolle verhalten soll: Eher streng oder gütig? Ich entschied mich folgend zum Glück für gütig. Den Kindern tut es gut, mir tut es gut. Meinem Mann tut es gut. Vielleicht bin ich ab und zu zu locker in der Erziehung, aber naja… Lieber zu locker als zu hart. Liebe statt Hiebe!

Was hat das jetzt alles mit shoppen zu tun? Keine Ahnung. Die Überschrift kommt immer zuerst und dann der Text. Manchmal wird etwas komplett anderes daraus. Gut, der Ehemann steht ja auch noch mit in der Überschrift, die Ausführungen passen also doch irgendwie dazu.

Hat euch der Beitrag gefallen? Lasst mir ein Like und einen Kommentar da!

Liebe Grüße,

eure Anni Side

Gedanken über das Schreiben

Ich las die Tage einen Liebesroman, nebenbei gesagt einen äußerst Schlechten, in dem war der Hauptdarsteller ein Romanautor, ein Horrorromanautor, mit psychischen Problemen. Es wurde beschrieben, wie die Leute im Dorf sich über ihn das Maul zerrissen, weil er über so schreckliche Dinge schrieb, über menschenverachtende, grausame Dinge und über gewalttätige Sexszenen. Trotz allem war er Bestsellerautor- also irgendjemand kaufte seine Bücher, zuhauf! Das Ende von der Geschichte war allerdings dann, dass er sich zum braven Familienvater mauserte, der Kinderliteratur schrieb. Egal, das nur am Rande.

So doof wie die ganze Geschichte eigentlich war, ging mir diese Tatsache nicht aus dem Kopf, dass viele Autoren eigentlich aus richtig Mist Gold machen können, sich aber viel Spott, Hohn und Kritik anhören müssen- zum Teil, natürlich nicht alle. Ab einem gewissen Bekanntheitsgrad muss man glaub nicht mehr so viel einstecken. Über große Bestsellerautoren hört man selten richtig schlechte Kritik und wenn dann sehr nett verpackt. Kann mich aber auch irren. Wahrscheinlich lese ich die falschen Zeitschriften.

Wie halten die das aus? Ich ertrage es nicht einmal, wenn ein Blogbetrag von mir in die Kritik gerät, obwohl ich voll überzeugt von dem Inhalt bin.

Ich las mal über einen Autor, dass er sich die Kritiken zu seinen Werken gar nicht mehr durchliest. Auch keine Kommentare in den sozialen Netzwerken. Das fand ich weise! Und dachte bei mir, vielleicht sollte ich auch auf Kommentare verzichten und schüttelte darauf innerlich gleich wieder den Kopf. Erstens bekomme ich nicht so viel Kommentare und zweitens liebe ich es im Grunde mit meinen Lesern zu interagieren.

Wieso mich das interessiert? Weil ich im Grunde schon lange mal ein Buch schreiben möchte, nicht nur bloggen. ABER mir fehlt noch das richtig konkrete Thema. Im Kopf hätte ich viel, aber nur Bruchstücke und nichts gescheites, zusammenhängendes. Vielleicht sollte ich einfach mal anfangen und sehen, wohin es führt. Dann hätte ich auch kein Problem mehr damit, dass ich viel zu viele Blogbeiträge schnell hintereinander veröffentliche… 😉 Denn, irgendwann liest das alles keiner mehr- verständlicherweise. Es sitzt niemand den ganzen Tag vor einem Endgerät und wartet, bis die Anni wieder einen neuen Beitrag veröffentlicht! Oder etwa doch? Bitte melden! Ihr bekommt einen Luftkuss von mir! 😘😉

Schwarz weiß

Wer meinen Hauptblog kennt, könnte meinen, ich sehe das Leben (mein Leben) recht schwarz weiß, was im Bezug auf Glaubensthemen auch durchaus stimmt, aber das Leben läuft nun mal nicht immer nach Schema F ab und besonders nicht mit Kindern. Daher dieser Blog, der sich bewusst nur Themen rund um mich persönlich und Familie widmet und ich hoffe, ich darf ein bisschen Witz und Charme mit hineinbringen, auch wenn ich mich für nicht besonders witzig halte.

Ich liebe witzige Menschen! Menschen, die ihr Leben nicht so streng sehen, die trotz vielen negativen Erlebnissen immer noch lachen können und sich nicht hinter ihrem Schmerz verstecken und vergrämt die Gegenwart und auch ihre eigene Zukunft sehen. Muss gelernt sein, verständlicherweise, und es steckt auch immer irgendwas dahinter, warum dieser Mensch sich so gibt, aber diese Menschen strahlen für mich Stärke aus. Keine Ahnung warum, aber es ist so. Es ist vielleicht die Leichtigkeit, die mir in meinen Gedanken fehlt. Nach außen hin wirke ich wohl ganz anders, habe ich mir sagen lassen. Ich bin immer ganz verwundert, wie andere Menschen mich einschätzen und beschreiben. Aber trotzdem schön, dass meine Gedankenkarusselle sich nicht negativ nach außen hin auswirken. Habt ihr euch schon mal mit dem Thema Hochsensibilität beschäftigt? Nein? Ok, dann wisst ihr auch nicht, was ich gerade meinte. Beschäftigt euch damit! Sehr interessantes Thema! 🙂 Ich schrieb in meinem Hauptblog auch schon einiges darüber. Vielleicht kopiere ich ein paar Beiträge hier rüber, mal sehen.

Das Leben ist so groß und weit und unüberschaubar, dass man nicht weiß, was noch kommt. Man kann planen so viel man möchte, ob es tatsächlich so eintreffen wird, weiß niemand. Man kann Schätzungen abgeben, aufgrund von irgendwelchen Parametern, aber wer sagt, dass diese richtig sind? Niemand. Es ist eine Scheinsicherheit, wenn man sich aufgrund von Schätzungen seine Zukunft oder besser, die Sicherheit seines Lebens, aufbaut. Wie diese Aussage jeder einzelne für sich interpretiert, sei ihm überlassen.

Und so bleibt nur das heute hier und jetzt, welches wir aktiv gestalten können und sogar müssen! Besonders mit Kindern läuft das Leben nicht in geraden Bahnen- das kann jede Mutter bestätigen. Es ist ständig irgendetwas anderes. Sehr schöne, lustige und positive Augenblicke, die einen zutiefst freuen und erfreuen und auf die man aufbaut, aber auch traurige und schlimme Momente, an denen man fast verzweifelt. Besonders seitdem ich Mutter geworden bin, sind meine Gedanken und Gefühle noch viel mehr in einer Achterbahn (mein Leben lief im Grunde noch nie in geraden Bahnen). Ich sage oft zu meinem Mann, dass ich mir wünschte, wir hätten man ruhigere Tage, er meint dann nur ganz trocken: „Ruhig wird’s erst, wenn wir gestorben sind.“ Recht hat er.

Die Vergangenheit ruhen lassen und nach vorne blicken

Falls ihr mehrere Kinder habt, könnt ihr euch noch an die erste Zeit mit eurem ersten Kind erinnern? Ich ehrlich gesagt nicht vollständig. Ich kenne die Fotos und kann mich an die meisten Szenen erinnern, wenn selbst geschossen, aber so der Alltag, was alles los war, das ist mir entfleucht.

Die richtig schlimmen Dinge, die einem viel abverlangt haben, sind noch im Gedächtnis, man kann sich an die Gedanken- und Gefühlswelt erinnern, wenn auch nicht mehr vollständig, die da gewesen wären, die Geburt meines ersten Sohnes, die mir körperlich alles abverlangt hat. Oder auch meine Wochenbettdepressionen, die ich ohne mir Hilfe zu holen durch stand. Böser Fehler! Ich war oft nahe daran meinem Kind saures zu geben. Viele Dinge, vor allem die vielen negativen Gedanken meinem Kind gegenüber, verzieh ich mir lange nicht. Alles aus einem falschen Stolz heraus, alles selbst schaffen zu müssen. Wer hat gelitten? Die Beziehung zu meinem Sohn, jedenfalls im ersten Jahr. Er hat viel geschrien und ich war am Ende. Mein Mann wusste nicht wie damit umgehen, hat aber geholfen wie und wo er konnte. Nach der Arbeit, nach einem neun Stunden Arbeitstag. Genau, daran kann ich mich noch erinnern. Das waren viele dunkle Stunden, die ich in dem Ausmaß so noch nie in meinem Leben erlebte.

Später, als ich mich wieder einigermaßen erholt hatte, sind wir viel unterwegs gewesen, beim Mutter-Kind-Turnen, Müttertreffs, Spielplatztreffs und so weiter und so fort. Das war dann eine schöne Zeit, mit wenig Negativem.

Tag 3 und er konnte endlich wieder lachen und im Waschbecken vom Krankenhauszimmer baden.

Außer, ja außer dem Krankenhausaufenthalt von meinem Großen wegen Fieberkrämpfen. Das war schlimm! Ich meinte, mein Kind stirbt. Ich war am Boden zerstört. Ich habe nur noch zu Gott geschrien, er soll meinem Kind helfen und alle christlichen Freundinnen per Whatsapp angefleht, sie sollen bitte für ihn beten, dass Gott ihn von den Krämpfen befreit, die den kleinen zweijährigen Kinderkörper immer wieder beutelten, trotz ständiger Medikamentengabe durch den Notarzt und später im Krankenhaus. Nach dreitägigem Krankenhausaufenthalt war es zum Glück erledigt, aber die Angst die ich um mein Kind hatte, sitzt mir heute noch im Nacken und wenn ich ihn ansehe danke ich Gott voller Inbrunst, dass er noch lebt. Ich war dazumal hochschwanger mit meinem Zweiten und daher wohl auch psychisch nicht so sehr belastbar. In dem Augenblick ist mir bewusst geworden, wie schnell ein Leben zu Ende sein kann und dass der Mensch im Grunde nichts in der Hand hat. Darauf folgend ging ich wieder bewusster und liebevoller mit mir und meinem Sohn um.

Kinder sind ein Geschenk Gottes! Aber genauso einfach und schnell (jedenfalls bei uns) wie es gekommen ist, kann das Geschenk auch wieder weg sein.

Schließen wir mit den negativen Gedanken. Und so reiht sich Gedanke an Gedanke, was gewesen war, aber es wird einem bewusst, dass dies nur ein paar intensive Momente waren, von wenigen Stunden oder Tagen und man sich immer nur an die schlimmen Dinge richtig erinnert.

Im Umkehrschluss kann man sagen: wenn einem nichts zu seiner Vergangenheit einfällt, hatte man wahrscheinlich eine schöne Vergangenheit. Oder es verdrängt, aus welchen Gründen auch immer, aber das wäre ein anderes, psychologisches, Thema.

Nun fünf Jahre und zwei weitere Kinder später, bleiben nur diese Erinnerungen und viele weitere und manchmal frage ich mich, ob manches wirklich so war, da so unwirklich. Die Vergangenheit scheint so weit weg zu sein. Während ich diesen Beitrag schrieb und ich, besonders bei der zweiten Passage wieder innerlich anfing zu zittern, ist mir bewusst geworden, dass man nicht zu oft in die Vergangenheit sehen darf. Die Zukunft und die aktuelle Gegenwart ist das was zählt! Die Vergangenheit ist abgeschlossen und nicht mehr zu ändern. Die Zukunft kann ich aktiv mitgestalten, mit meinem Verhalten, meinen Aussagen, meinen Gefühlen den Kindern gegenüber und ganz besonders, wie ich mit meinen Kindern umgehe und was ich ihnen auf ihren Lebensweg mitgebe.