Willkommen!

Du bist hier auf meinem persönlichen Blog, über mein Leben als Ehefrau, Hausfrau und Mutter, gelandet. Alles in Verbindung mit meinem Glauben an den Gott der Bibel. Viel Freude beim Stöbern und lesen!

Über mich

Die Luft zum Atmen fehlt

In der letzten Zeit war irgendwie so viel los, sodass ich kaum Zeit fand durchzuatmen. Zuerst unsere Ehegeschichte mit unserer gemeinsamen Sexualität, die uns schon länger beschäftigt und mich persönlich belastet und dann natürlich noch das tägliche Familiengeschäft mit Kinder und sonstigen Aktivitäten, die mir einfach die Kraft rauben. Besonders die neun Wochen Sommerferien waren absolut nicht gut für meine innere Balance, viel Zeit für mich alleine blieb nicht- was ich dringend zum regenerieren benötige. Ohne Auszeiten für mich alleine fühle ich mich kraftlos und leer.

Wie ich in meinem Blogbeitrag über Christen und Sexualität schrieb, sortieren wir unsere gemeinsame Sexualität derzeit neu. Bei uns verhielt es sich so, dass mein Mann ein höheres Bedürfnis nach gemeinsamer Sexualität verspürte als ich und das wurde zum Problem. Über eine längere Zeit hinweg, wurde es zum zwischenmenschlichen Kampf bei uns. Er, der immer wieder um Sex anfragte und ich, die immer wieder sein Ansinnen ablehnte, aus Mangel an Lust. Ich hatte eine ganze Weile schlicht und ergreifend nicht die geringste Lust, mich mit meinem Mann körperlich zu vereinigen. Längere Zeit lang verspürte ich regelrecht Ekel davor und das war eine schlimme Zeit, für uns beide. Es war eine Zeit, in der ich innerlich mit Gott gerungen habe, warum er mir das mit der Sexualität antut, warum er dem Menschen die Sexualität überhaupt „geschenkt“ hat, wenn es doch so ein Krampf ist und ob er mich für irgendwas bestrafen wolle. Es kamen mir allerhand Theorien in den Kopf, wonach Gott uns bestrafen würde, da wir vor unserem Eheversprechen Sex hatten, oder weil wir uns selbstbefriedigt hatten, oder Pornos angeschaut haben und so weiter. Alle Schreckensgespinste, die wir aus unserer Jugend kannten, „was passiert, wenn man sich nicht an ‚Gottes Gebote‘ hält“, waren auf einmal gedanklich höchst präsent und machte mich fast wahnsinnig. Und unsere gemeinsame Sexualität wurde für mich zu einem Pflichtakt, welchen ich möglichst selten durchführen wollte. Wie ich nun im Nachhinein weiß, ist das absolut keine Seltenheit bei langjährig verheirateten Paaren, die zudem auch noch Eltern sind. Die Kinder stehen im Fokus und die eheliche Beziehung rückt in den Hintergrund, verkümmert.

Bevor wir Kinder hatten waren wir sexuell sehr aktiv. Ich liebte Sex! Ja wirklich, es war einfach wunderschön mit meinem Mann zu schlafen. Dann kamen die Kinder und die Lust und auch die Zeit, uns körperlich zu vereinigen, wurde immer weniger. In der anstrengenden Babyphase war die Lust bei meinem Mann auch nicht so stark vorhanden, wie er mir vor kurzem mitteilte, da unsere gesamte Energie in die Kinder ging. Unsere Kinder sind ziemliche Energiebündel und die Babyzeit war sehr anstrengend. Er hat, und tut es auch heute noch, immer versucht, mir möglichst viel abzunehmen, damit auch ich mal zur Ruhe kommen kann und dadurch war Sex schlicht und ergreifend eine Aktivität, die nicht mehr zur Anwendung kam, weil die Zeit dafür fehlte. Er ist ein sehr guter Ehemann und Vater, der grundsätzlich immer zuerst darauf sieht, dass es Frau und Kindern gut geht und danach kommt erst er und das möchte ich nicht ausnutzen.
Mittlerweile haben wir jedoch keine Babys mehr, wir können die Nächte (zumeist) wieder durchschlafen, und bei meinem Mann erwachte folgend das sexuelle Bedürfnis wieder zu neuem Leben. Bei mir hingegen nicht. Wegen mir, hätte es keinen Sex mehr gebraucht. Ich bin den ganzen Tag zu Hause bei den Kindern, für die Hauptkinderbetreuung zuständig, habe gefühlt den ganzen Tag die Kinder im Arm, entweder zum Trösten oder zum Mitfreuen und mein Bedürfnis nach körperlicher Nähe ist an den meisten Tagen komplett ausgeschöpft und wenn dann mein Mann am Abend kam, wollte ich meistens einfach nur noch Ruhe und Zeit für mich alleine. Ein Problem! Mein Mann fühlte sich von mir zurückgewiesen und ungeliebt.

Durch „Zufall“ schrieb ich einen Blogbeitrag über einen christlichen Sex-Onlineshop. Mein Mann war begeistert von dem Beitrag und fing an, den Onlineshop zu durchstöbern und fand dort zwei Buchempfehlungen über die christlich-eheliche Sexualität, die er sogleich bestellte. Er, der sonst Bücher lesen scheut, begann zu lesen und das mit großer Begeisterung. Diese Bücher möchte ich dann beizeiten vorstellen, aber erst muss ich sie auch noch lesen, was ich derzeit tue, besser gesagt, was ich versuche. Mir fällt die Konzentration darauf ehrlich gesagt sehr schwer.

Über Sex gesprochen haben wir schon immer und das oft lange und ausführlich. Wir schämen uns nicht voreinander, kennen unsere Phantasien. Wir haben uns über das Thema Sex kennengelernt. Sexualität war schon immer ein Hauptthema in unserer Beziehung und daher war und ist es ein großes Problem zwischen uns, dass es nicht mehr so wie „früher“ klappt. Und genau das versuchen wir nun zu bearbeiten. Mein Mann ist voller Euphorie und versucht jeden Tipp aus den Büchern umzusetzen, was mich jedoch wiederum überfordert. Ich bin jedoch auch langsam auf dem Weg der Besserung und sehe ein Licht am Ende des Horizontes. Es ist nichts unmöglich!

Mir fehlte einfach die Luft zum Atmen. Es prasselte alles auf mich ein und ich dachte eine Weile, ich muss ausreißen, damit ich das alles verarbeiten und bearbeiten kann. Einfach nur weg. Ich fühlte mich überfordert und hilflos und wusste leider auch nicht, an welchen Menschen ich mich in so einer Situation wenden kann. Meine Mutter, mit der ich sonst über alles spreche, geschieden und dadurch nicht die geeignete Ansprechpartnerin für mich und eigentlich hatte ich auch nicht unbedingt Lust mit ihr über unser Sexleben zu sprechen. Meine Schwiegereltern, die sonst sehr offen über alles sprechen, sind im dem Bereich der Sexualität überhaupt nicht ansprechbar. Mein Arzt, bei dem ich wegen meiner Schilddrüsenerkrankung in Behandlung bin und dem ich das Problem meiner sexuellen Unlust schilderte, sprach gleich von Psychopharmaka, was ich sogleich ablehnte, da ich kein gutes Gefühl dabei hatte.
Freunde? Habe ich nicht. Bekannte dafür jede Menge. Aber wem könnte ich mich anvertrauen? Mir fiel niemand ein. Also blieb nur noch das Internet, mit seiner Anonymität. Aber auch da erfuhr ich keine Hilfe. Ich zog andere Problemfälle magisch an, oder erntete Ablehnung: „Über so etwas spricht man nicht!“ Während dieser Zeit war die Verbindung zu Gott mein einziger Anker.
Mittlerweile kann ich es verstehen, wenn Paare sich in der intensiven Kinderzeit trennen, weil einfach gefühlt tausend Kräfte an einem zerren. Da kann die Beziehung davor noch so gut sein, auf einmal fühlt man sich dem allen nicht mehr gewachsen, bemerkt, dass man ein anderer Mensch geworden ist, der nichts mehr kontrollieren kann, sich selbst in Extremsituationen nicht mehr kontrollieren kann. Merkt, dass man selber sich verändert, anders reagiert als vorher, andere Meinungen zum Leben bildet, ja, das ganze Leben verändert sich!

Nun haben wir beide das Gefühl, dass Gott uns gerade zur rechten Zeit Hilfe geschickt hat, in Form von Literatur und über das uns mit Blogs und Videos, zu dem Thema. Wir sind nicht allein! Und genau das ist ein wunderschönes Gefühl für mich! Es gibt Hilfe, es gibt andere Menschen mit denselben Problemen und wenn man daran arbeitet, kann man diese Probleme lösen und wieder in Freude umwandeln!
Und noch was Positives, seitdem mein Mann die Bücher liest, ist auch er der Meinung, dass man öffentlich mehr über seine Sexualität sprechen sollte. Der Autor seines ersten Buches erzählt sehr locker und frei, auch über seine eigene Sexualität, und das hat ihm sehr geholfen, vieles zu verstehen. Ich muss das Buch noch lesen, daher kann ich dazu gar nicht viel sagen. Dieses sehr konservative Denken: „Darüber spricht man nicht!“, verursacht oft mehr Leid, als man sich vorstellen kann.

Die Autorin eines unserer Bücher in einem Fernsehgespräch:

Sexualität ist ein sehr wichtiges Bindemittel für die Ehe zwischen Mann und Frau! Ohne Sexualität ist es keine Ehe, allenfalls eine Freundschaft, aber dafür braucht man nicht verheiratet sein.

Gut, nun wisst auch ihr, was uns umtreibt. Wer mag, darf gerne für uns beten! Wir sind noch nicht am Ende unseres Aufarbeitens, aber auf einem guten Weg! Das ganze Leben ist eine Reise.

Kindergartenstart gut verlaufen- Mama wirkt entspannt

Die zweite Woche nach den Sommerferien neigt sich dem Ende entgegen und… Mama ist sehr entspannt! Mir geht es zur Zeit gut, ich kann und darf mich nicht über Stress beklagen.

Witzig finde ich die Erzählungen von Müttern, die sich fast schon über das Ende der Ferien beschweren, da nun alles wieder so durchgetaktet sei und keine Zeit für spontane Unternehmungen mehr vorhanden. Auch das zeitige morgendliche, frühe Aufstehen gehe auf die Nerven. Bei mir ist das vollkommen anders denn, für mich waren die Sommerferien fast schon grausam! Knapp neun Wochen lang, 24 Stunden am Tag, alle Kinder zu Hause zu haben und sich Beschäftigungen und Unternehmungen aus den Fingern saugen zu müssen, damit die Kids nicht ständig über sich herfallen und streiten!

Ab und an durften die Kids zur Oma, doch meistens war ich alleine für alle Kinder zuständig und meine Ich-Zeit war stark beschränkt, was mich unglaublich gestresst hat, da ich ein sehr ruhebedürftiger Mensch bin. Ich benötige einfach meine Ruhezeit am Tag, sonst laufe ich nicht rund und werde knatschig, was natürlich in erster Linie die Kinder zu spüren bekommen, weil ständig um mich herum. Nun gut, das hat nun Gott sei Dank ein Ende und in den nächsten Ferien hat mein Mann Urlaub.

Kindergartenbeginn

Tobias ist dieses Jahr in den Kindergarten gekommen und Jakob hat sein letztes Kindergartenjahr, das Pflichtjahr vor dem Schuleintritt. Ein weiterer Meilenstein in unserem Familienleben! Bis jetzt war es so, dass Jakob als Einziger halbtags extern betreut wurde und nun ist Belinda die Einzige die noch zu Hause von mir betreut wird. Beide Jungs gehen am Vormittag in den Kindergarten und ich freue mich über die Ruhe im Haus, die sich dadurch ergibt. Manchmal spiele ich mit der Tochter, manchmal spielt sie selbst irgendwas und ich habe Ruhe und Zeit für mich und meine Gedanken, was ich sehr gerne habe!

Bei uns klingelt um 7 Uhr der Wecker. Wir stehen auf, des wird sich angezogen, gefrühstückt, Zähne geputzt, zwischendurch die Jause gerichtet und der Rucksack gepackt, danach laufen wir los und um etwa 8 Uhr sind die Jungs im Kindergarten. Etwa 10 Minuten später sind Belinda und ich wieder zu Hause und der ruhige Teil des vormittags beginnt. Zuerst trinke ich meine Tasse Kaffee, für die ich davor keine Zeit habe und die Kleine darf noch etwas fernsehen, während ich in Ruhe und alleine am Esstisch sitze und meine Ich-Zeit genieße. Das handhabe ich seit zwei Wochen so und ich liebe es! Es ist ein ganz neues Lebensgefühl, der Zeit wieder einigermaßen Herr zu werden. In einiger Zeit, wenn ich mich etwas regeneriert habe, möchte ich mit dem Töchterchen mehr unternehmen, die Zeit zu zweit genießen: z.B. auf den Wochenmarkt gehen, radfahren, einkaufen, spazieren gehen, auf den Spielplatz gehen, mich wieder mehr mit anderen Müttern treffen, wenn es sich ergibt. Leider habe ich den Kontakt zu anderen Müttern im letzten Jahr recht schleifen lassen und mittlerweile kenne ich gar keine mehr, die am Vormittag Zeit für einen Besuch oder ein kleines Pläuschchen hat. Entweder hat die Mama noch so kleine Kinder, dass sie kaum aus dem Haus können, bzw. Belinda ist fast schon zu agil für solche Besuche, oder sie arbeiten schon wieder. Nun ja, wird sich schon was ergeben! Auf alle Fälle freue ich mich über meine neu gewonnene Freiheit und möchte die nächsten zwei Jahre genießen. In zwei Jahren kommt Belinda auch in den Kindergarten und am Vormittag bin ich dann voraussichtlich alleine.

Zeit zu zweit in der Ehe

Was ist eine gute Ehe? Was macht eine gute Ehe aus?

Diese Fragen stellen wir uns als Ehepaar immer wieder, obwohl oder gerade deswegen, weil wir der Meinung sind, eine gute Ehe zu führen. Mal besser, mal schlechter, aber zusammengefasst, sind wir meistens recht zufrieden. Und damit dies so bleibt, reflektieren wir viel. Für uns beide ist unser Leben schön, so wie es derzeit läuft. Es kann sein, dass sich die Gegebenheiten irgendwann ändern und wir dann einige Dinge neu sortieren müssen. Dies ist jedoch der Wandel der Zeit und es erscheint uns als normal. Leben bedeutet, im ständigen Wandel zu sein. Was heute reibungslos läuft, kann gestern nicht funktioniert haben und wird vielleicht morgen auch nicht (mehr) funktionieren. Wichtig ist, dass wir beide zusammenhalten, komme was da wolle!

Zweisamkeit

Wir haben nicht viel Zeit für uns, also für uns beide alleine. Wir leben den ganzen Tag für und mit den Kindern. Ich mehr, da ich den ganzen Tag zu Hause bin und er, mittags und am Abend. Gut, er lebt auch für uns als Familie, denn wenn er nicht arbeiten gehen würde, könnten wir unser Leben nicht finanzieren. Wir machen viel gemeinsam. Externe Hobbies hat keiner von uns, derzeit. Denn, woher sollten wir, derzeit, die Zeit für externe Hobbies nehmen? Klar, man kann sich immer irgendwie Zeit freischaufeln, aber das wäre dann immer zum Nachteil des anderen Partners oder zum Nachteil der Kinder. Die Kinder lieben ihren Vater über alles und warten jeden Tag voller Freude, bis er endlich nach Hause kommt!

Kinder

Mein Mann liebt seine Kinder über alles. Es ist oft stressig mit den Kids, und ja wir kommen oft beide an unsere persönlichen Grenzen. Und wie das so ist ich, als Frau, spreche es dann meistens an, wenn ich nicht mehr kann. Er ist eher so der Typ: Es ist halt jetzt so und da muss man durch! Es bleibt einem derzeit sowieso keine andere Wahl. Er meint das nicht negativ, sondern es ist seine Lebenseinstellung: Wenn etwas dran ist, muss es einfach gemacht werden! Ohne Rücksicht auf die eigenen Befindlichkeiten. Er ist der typische Macher, dafür schafft er auch viel! Obwohl ich ihm in der letzten Zeit anmerke, dass es ihm auch oft zu stressig ist. Ich bin da ein bisschen anders. Ich lasse mich oft von meinen Befindlichkeiten und Emotionen leiten. Typisch Frau? Vielleicht.

Allerdings, wer so wie wir drei kleine Kinder zu Hause hat, der weiß: Auf eigene Befindlichkeiten kann im Alltag im Grunde keine Rücksicht genommen werden, denn sonst sind die Kinder ja nicht betreut! Aber trotz allem Stress und persönlichen Einbußen- es ist unser gemeinsames Leben!

Hobbies

Und davon möchten wir/ möchte ich keine Sekunde missen. Wenn man immer nur denkt: Ich möchte jetzt lieber dies oder jenes tun! Oder, warum kann ich dieses oder jenes Hobby nicht mehr ausführen? Oder, weswegen schaffen es andere Paare sich trotz mehreren Kindern immer wieder Zeit für gemeinsame Aktivitäten/ getrennte Aktivitäten freizuschaufeln? Dann wird man unzufrieden. Die Anderen sind anders! Haben andere Möglichkeiten, andere Bedürfnisse im Bezug auf ihre Paarbeziehung. Wir sind beides nicht die Typen, die ständig Zweisamkeit benötigen. Andere Paare sind anders! Wir reden sehr viel zwischendurch, wir sind viel zusammen im Alltag und wir verstehen uns gut. Wenn es Konflikte gibt, diskutieren wir so lange, bis alles wieder bereinigt ist.

Nach nun über sieben Jahren Ehe muss allerdings nicht mehr über jede Kleinigkeit diskutiert werden. Das meiste geschieht intuitiv.

Körperliche Zweisamkeit

Sex? Kommt bei uns derzeit ganz klar zu kurz und kam es in den letzten Jahren auch schon. Während den Schwangerschaften und Stillzeiten war ich für diese „Tätigkeit“ nicht zu haben, war mir zuviel. Haben wir Zeit für Sex? Vielleicht, zwischendurch schnell, aber das mag ich nicht. Wie das bei Frauen halt so ist: wir wollen eher die Zärtlichkeit genießen, als den Akt an sich und dies… benötigt Zeit! Zeit, die man im Alltagstrubel oft nicht hat.
Wenn ich bei anderen Paaren, oder auf Paarberatungsblogs und Seiten liest, dass man regelmäßig Sex haben sollte, um die Paarbeziehung zu stärken, dann überkommt mich eine innerliche Frustration. Klar, Sex ist was Wunderschönes und ja, es ist das körperliche Band, welches ein Paar verbindet und natürlich gehört es zu einer Ehe dazu!
Was jedoch, wenn Sex aus den verschiedensten Gründen nicht (mehr) möglich ist? Wenn ein Partner z.B. so krank wird, dass diese Form der Bindung nicht mehr möglich ist? Viele trennen sich dann wohl in Folge vom kranken Partner und/ oder suchen sich andere Sexualpartner und brechen so die Ehe. Fremdgehen ist traurigerweise mittlerweile wohl relativ legitim geworden, wird auch oft genug propagiert, allein wenn man sich nur spätabends die Werbung im TV ansieht…

Meine These: Wenn eine Beziehung kaputt geht, nur weil im Bett im Moment nicht mehr wirklich viel läuft, hatte diese Beziehung wohl noch nie eine ordentliche Grundlage. 

Aber… Dies ist auch kein Grund zum Aufgeben! Eine Grundlage kann immer neu geschaffen werden! Es müssen nur beide Partner wirklich wollen. Oder? Jeder Mensch ist ein Individuum. Jedes Paar ist in seiner Symbiose einzigartig!

Auf lange Sicht gesehen

Ich für mich denke: Die Kinder werden so schnell groß und in ein paar Jahren sieht die Lage gleich wieder ganz anders aus. Warum kann man nicht einfach abwarten und geduldig sein? Warum muss man immer alles hier und jetzt und gleich haben? Warum kann man nicht mal seine eigenen Wünsche und Bedürfnisse für eine gewisse Zeit hinten anstellen?

Und so… Werden wir hoffentlich unser ganzes Leben miteinander teilen können und als zufriedenes altes Pärchen irgendwann auf einer Parkbank sitzen, unseren Enkeln und vielleicht schon Urenkeln beim Spielen zusehen und uns denken: Wir hatten ein richtig schönes Leben! Das haben wir gut gemacht!

Ferienende

Mama darf endlich durchatmen und Ruhe genießen.

Heute war der erste Kindergartentag nach den großen Sommerferien und ich darf endlich wieder durchatmen! Die letzten neun Wochen waren oft sehr anspannend für mich, da fast durchgehend alle drei Kinder da waren. Bis auf ein paar Tage, in denen der Große bei der Oma übernachtet hat und die drei Wochen, in denen mein Mann Urlaub hatte, war ich alleine für die Kinder zuständig und wer mich kennt, der weiß, dass ich keine Mama bin, die viel Unternehmungen mit den Kinder tätigt. Keine Ahnung, woran das liegt, aber ich bin nicht der Typ dafür. Es ist für mich mehr Stress als Vergnügen, hoffe aber immer, dass das mal besser wird, wenn die Drei größer sind.

Das Wetter ist auch kühler und sehr herbstlich geworden und die Heizungen wurden angestellt. Nach der brütende Sommerhitze im Juli und Anfang August, eine wahre Wohltat, trotzdem ist es echt heftig, wie sehr bei uns die Temperaturen schwanken. An einem Tag 15°C, am nächsten 25°C. Für mich ist das eine Zumutung, da ich extrem wetterfühlig bin. Ein Wetterwechsel bedeuten bei mir immer sehr hohe Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen. Es könnte eine leichte Migräne sein. Für mein Wohlbefinden wären konstante Temperaturen förderlicher, aber das werde ich in unseren Breitengraden wohl nicht bekommen! Leider. Ein Vorteil hat das kühle Wetter nun jedoch: die Insekten sind nicht mehr so aktiv, was für unseren Bienenallergiker sehr gut ist. Unsere Sommerferien begannen mit einem Aufenhalt im Krankenhaus mit Notarzt, da der Große eine Bienenallergie entwickelte. Also nein, langweilig waren die Sommerferien nicht! Mit drei Kindern ist immer irgendetwas los.

Gestern waren wir noch zum Abschluss der Sommerferien schön alle zusammen spazieren- was wir leider viel zu selten tun.

Der Mann und die drei Kinder unterwegs im Gewerbegebiet.

Erster Kindergartentag

Nun bin ich gespannt, was mein Zweiter heute so alles erzählt, denn er hat heute seinen ersten Kindergartentag und ich bin wirklich froh und glücklich, dass er mit Freude gegangen ist. Wenn ich mir die Eingewöhnungsgeschichten von anderen Eltern immer mal wieder durchlese und anhöre, mit was für Problemen sie zu kämpfen haben, da das Kind nicht in der Betreuungseinrichtung bleiben möchte, bin ich froh, dass mir das erspart bleibt und geblieben ist. Mein Ältester war schon fast vier, als er zum ersten Mal in Betreuung kam und er freute sich ebenfalls schon sehr darauf, wodurch die Eingewöhnungszeit hinfällig war, der Zweite kennt schon alles vom Ersten und ich denke, die Eingewöhnung wird ebenfalls ohne Probleme verlaufen.
Unsere Tochter wird auch erst mit knapp vier in Betreuung kommen. So ist es bisher mal geplant.

Zweiter Geburtstag

Meine Kleine hat heute dann auch noch ihren zweiten Geburtstag. Die Zeit rennt! Da wir am Samstag schon mit der ganzen Familie gefeiert hatten, machen wir nun heute nichts mehr. Mein Mann und unsere Tochter durften ihren Geburtstag gemeinsam feiern, da recht nah aufeinander Geburtstag. Es war sehr schön! Die Sache mit den Kindergeburtstagen organisieren und andere Kinder einladen, lasse ich in dem Alter noch. Wir haben eine große Familie und es reicht, wenn die alle da sind.

Wahrscheinlich werde ich für meinen Großen dieses Jahr den ersten richtigen Kindergeburtstag ausrichten „müssen“, da er es nun bei anderen gesehen hat und ganz toll findet. Es soll ein Traktorgeburtstag werden- wer hätte es gedacht…

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Meine kleine Zuckermaus hat heute ihren zweiten Geburtstag. 🥳❤🎂 Die Zeit rennt! Da am Samstag schon mit der ganzen Familie gefeiert, bekam sie heute noch einen Geburtstagskuchen aus Holz von uns. Sie ist nun stolze Besitzerin einer Spielküche und bekam allerhand Inventar dafür. Die Freude war groß! Auch die Brüder spielten fleißig damit, die ersten Teile sind schon abhanden gekommen… 🙈 . Heute ist der erste Kindergartentag für den Sohnemann Nummer zwei und ich bin schon gespannt, was er später alles erzählt! Er hat sich sehr darauf gefreut und blieb gleich ohne Probleme alleine da. Der Vorteil beim zweiten Kind: es kennt schon alles. Obwohl es bei Sohnemann Nummer eins dazumal auch kein Problem war. Gut, er war bei Eintritt schon fast vier, da es ihn überwirft. Er hat dieses Jahr sein Pflichtkindergartenjahr und somit eine Sollstundenanzahl, die wir, so hoffe ich, erreichen werden… Jedes Jahr was neues! Und ich genieße nun dieses Jahr die Zeit am Vormittag alleine mit meiner Tochter. #familienleben #familie #kinder #geburtstag #spielzeug #kuchen #holz #mamavondrei #kindergarten

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Und nun wartet das Mittagessen darauf, gekocht zu werden. Wünsche euch allen einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße,
eure Anni

In der Ehe fest auf Gott sehen

Heute erzähle ich mal ein bisschen über uns und unsere Ehe. Ich versuche es so oberflächlich wie möglich zu halten, damit mein Mann nicht das Gefühl hat, ich gebe zu viel von uns preis, was er nicht mag. Da ich das verstehe, hoffe ich, es gelingt mir.

In unserer Ehe war und ist in den letzten Wochen, Monaten irgendwie der Wurm drin, es läuft irgendwas nicht rund. Wir sind beide in und mit uns unzufrieden. Mein Mann ist sehr unruhig und nicht in sich selbst ruhend, möchte endlich seinen Lebenstraum beginnen, was jedoch übernatürliches Eingreifen bedarf und ich bin unzufrieden mit mir selbst, mag mich nicht und mag somit auch niemand anders, was meinem Mann miteinschließt. Wie äußert sich das? Indem wir beide ein sehr unausgeglichenes Wesen an den Tag legen, was natürlich zu allererst die Kinder zu spüren bekamen und dann unsere Paarbeziehung.

Wenn mein Mann nicht weiterweiß klammert er sich sehr an mich, auch und vor allem körperlich, wenn ich Probleme mit mir selbst habe, dann entziehe ich mich allen Menschen, auch ihm. Das verursachte in der letzten Zeit einige Konflikte, die mit vielen Enttäuschungen einhergingen, da Erwartungen und Bedürfnisse nicht erfüllt, oder persönliche Grenzen überschritten wurden. Auch hörten wir eine Weile auf, wirklich miteinander zu sprechen, wie es in uns aussieht- ein Fehler! Es wurde alles immer verbissener, verbohrter und unterschwellig aggressiver, eine sehr unangenehme Atmosphäre!

Die vergangene Woche gingen wir es nun an und stellten uns unseren Problemen, Sorgen und Nöten und begannen langsam wieder miteinander zu beten und in der Bibel zu lesen, was uns schon länger abhandengekommen ist. Wir sind immer noch in der Trainingsphase und wir hoffen, dass wir wieder an den Punkt kommen, in dem wir den Glauben praktisch in unsere Ehe integrieren. Was viele weitere Probleme lösen kann. An einem Punkt sind wir uns nämlich einig: Der Teufel will unsere Verbindung zerstören. Er möchte, dass wir verzweifelt mit uns und unserem Leben sind, er möchte keine glücklichen Ehen, er möchte keine Menschen, die fest mit Gott verbunden sind, er möchte zerstören. Er möchte verzweifelte Menschen, die weder ein noch aus wissen.

Ich könnte noch mehr schreiben, wie sich das alles bei uns im Detail äußerte, aber das lasse ich für den Moment. Aber ich hinterlasse euch noch einen Tweet, den ich von einiger Zeit absetzte:

Und wenn man weiß, dass Kirche Gemeinschaft unter Christen bedeutet und eine Gemeinschaft auch aus zwei bis drei Personen bestehen kann, ist eine Ehe im Grunde genommen eine Kirche. Mann und Frau zusammen sind eine Einheit vor Gott und stehen gemeinsam für Gott ein. Quasi die kleine Zelle einer größeren Gemeinschaft und daher treffen die genannten drei Sündenkategorien auch auf die Ehe zu. Wir kämpfen viel mit der Kategorie Sex. Aber das, wird vielleicht irgendwann mal in einem extra Blogbeitrag behandelt, wenn wir Klarheit darüber erlangen durften. Aber bevor ihr jetzt die Stirn runzelt: nein, Sex ist natürlich keine Sünde! Wie damit jedoch umgegangen wird, das kann Sünde sein, oder besser gesagt, den Eintritt von Sünde im Leben begünstigen.

Unbeschwerte Kindheit

Ich hatte, zusammen mit meinen drei Brüdern, wirklich eine vollkommen unbeschwerte Kindheit. Wir mussten uns um nichts Sorgen machen. Wir hatten genügend Platz zum Wohnen und zum Spielen. Relativ wenig Einschränkungen und konnten uns ausleben, so wie wir wollten.

Ich bin ein Dorfkind

Wir waren, sobald Schule und Hausaufgaben erledigt waren, nur draußen im Freien. Fernseher hatten wir keinen und Computer gab es damals bei uns auch noch nicht. Wenn es Essen gab, ging ein Schrei meiner Mutter durchs Dorf, hat alle beim Namen aufgezählt und das wir Essen kommen sollen. Dann wussten wir, jetzt muss es schnell gehen!

Freies Spielen

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Ansonsten sind wir den ganzen Tag durch die umliegenden Wiesen und Wälder gestreunt, haben uns Baumhäuser und Höhlen gebaut, haben Bachwanderungen unternommen- sind stundenlang durch die kleinen, umliegenden Bäche gewatet. Haben vor dem Haus auf der Straße unsere Skateboard- und Inlineskateparks aufgebaut. Autos kamen ohnehin äußerst selten und wenn dann, warteten die halt kurz, bis wir schnell alles abgebaut, nur um alles gleich wieder hinzustellen. Die Jugendlichen im Dorf haben mit ihren Autos oder Mopeds ihre Stunts auf der Dorfstraße geübt. Wir jüngeren Kinder waren ganz begeistert und haben mit leuchtenden Augen zugesehen. Auf dem Feld nebenan, wenn die Bauern den Mist ausgebracht, oder die Wiesen abgemäht haben, waren wir an vorderster Front mit dabei. Vor- und hinter dem Haus ein Brunnen, der im Sommer immer für eine Abkühlung gut war. Wasserschlachten, schnell in Brunnen springen zur Abkühlung- Traumhaft!

Und das Beste am Sommer- Kuhfladenwaten! Wenn die Kühe am Abend in Stall zum melken getrieben wurden, sind wir aufs Feld und durch die warmen Kuhfladen gewatet. Klingt ekelig, war aber richtig tolles Gefühl, wenn es im Sommer gegen Abend kühl wurde und man eigentlich langsam Schuhe anziehen sollte. Danach in Brunnen, Füße waschen und gut ist es gewesen. Tja… Sowas erlebt man als Stadtkind eher selten.
Bei der Nachbarin gab es regelmäßig Süßigkeiten und wir durften uns durch Rasen mähen oder kleinere Gartenarbeiten unser Taschengeld aufbessern. Nicht zu vergessen, die stundenlange Spaziergänge allein mit unserem Hund (ohne Handy!!!), ohne das mir irgendein Mensch begegnet ist. Traum!

Das ist das, was mich an der Stadt am meisten stört- die vielen Menschen. Man kann keinen Schritt außerhalb den eigenen vier Wänden tun, ohne das man irgendeinen anderen Menschen sieht. Ja, ich bin gerne alleine, sehr gerne sogar. Im Grunde bräuchte ich 80% vom Tag keinen anderen Menschen um mich. Ab und zu ist es ganz nett, wenn man jemand zum reden hat. Aber immer reden oder Interaktion mit anderen Menschen? Horror! Ok, ich hab meine Kinder jetzt ständig um mich herum. Aber, das ist eigen Fleisch und Blut… Daran gewöhnt man sich…. 😉

Aufsicht? Fehlanzeige. Es ist auch nie was Gröberes passiert. Und wenn man mal von einem Baum runtergefallen war, dann war es halt so, oder sich die Knie beim Inlineskaten aufgeschürft hat. Schnell ein Pflaster bei Mama geholt und weiter geht’s!

Das war vor gut 20 Jahren…

Dieses Leben wünsche ich mir für meine Kinder auch.

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Mein Mann kennt dieses Leben leider nur sehr begrenzt und meint immer, sowas gibt es doch heutzutage gar nicht mehr. Doch gibt es! Aber dafür müsste man bereit sein, hier wegzuziehen. Was ich lieber heute als morgen tun würde. Ich würde liebend gerne auf den „Luxus“ einer gut funktionierenden Infrastruktur verzichten, wenn ich dafür die Freiheit für mich und meine Kinder hätte. Heute kann man sich ohnehin fast alles, was man braucht, im Internet bestellen. Und sonst… Fährt man halt in die nächste Stadt zum einkaufen.

Dies hat meine Mutter einmal in der Woche gemacht. 20 km in die jeweils nächste Stadt. Gut, einen Dorfladen gab es im nächsten Dorf, aber da wurden eigentlich nur aller notwendigste Besorgungen gemacht, da zu teuer.
Meine Mutter war den ganzen Tag zu Hause, hat sich um Haus, Garten und uns Kinder gekümmert. Mein Vater war für Renovierungs-, Sanierungs- und Reparaturarbeiten (von denen es reichlich gab) und für den Lebensunterhalt zuständig.
Wir hatten nur ein Auto. Sprich, wir hatten nicht den Luxus, das unsere Mutter uns ständig überall hinkutschieren konnte (so wie das die „modernen“ Stadtmuttis tun). Wenn wir irgendwo hin wollten, dann mussten wir selber sehen, wie wir dahin kommen. Ein Fahrrad war unverzichtbar und 20 km mit dem Rad? Kein Problem! Heute höre ich mich innerlich schon hecheln, wenn ich nur daran denke. Als ich dann mit 16 meinen Rollerführerschein hatte, waren größere Distanzen noch leichter zu überwinden. Das Geld für Benzin und Versicherung verdiente ich mir durch einen Wochenendjob im Krankenhaus dazu. Ich ging ja noch zur Schule. Meine Ausbildung begann mit 18 und pünktlich zum 18ten war auch der Autoführerschein da und ein altes Auto für € 300,– war mein Start. Mein Vater hat mir dann noch gezeigt, wie man Reifen wechselt, wie man den Ölstand kontrolliert, wie man Reifen aufpumpt, wie man die Batterie wechselt etc. :„Eine Frau muss sowas können!“

Mein Vater hat mir allgemein viel Handwerkliches beigebracht: Bohrmaschine, Presslufthammer, Hammer, Kreissäge, Beil/ Axt, Motorsäge, Holzspalter, malen/ streichen. War alles bei uns zu Hause vorhanden und wir Kinder durften/ mussten ausprobieren und mithelfen.
Dafür hat das Hauswirtschaftliche bei mir arg gelitten. Das musste ich mir später mühsam alles selber beibringen, weil ich das als Kind nicht lernen wollte. Fand ich alles langweilig und war genervt von den Versuchen meiner Mutter, mir dies beizubringen. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und jetzt… bin ich fast schon Profi.

Ich habe gelernt mich selbst zu versorgen und bin schon relativ früh selbstständig gewesen und darauf auch unglaublich stolz. Auch dank meiner Eltern, die mich bzw. uns nie verwöhnten. Wenn wir etwas wollten, mussten wir unser Taschengeld sparen oder es uns selbst verdienen. Zum Geburtstag oder zu Weihnachten gab es dann die notwendigen Dinge.
In die Schule kamen wir mit dem Bus. Kindergarten und Grundschule waren im nächsten Dorf. Die höheren Schulen in den nächst größeren Städten. Morgens musste man eine halbe Stunde für Transfer- und Busfahrten einrechnen. Die Eltern dort brachten niemand selbst in die Schule.

Ja… Ich liebe das Land- bzw Dorfleben. Dort hab ich mich frei gefühlt, eigenständig und selbstständig und ich hoffe und bete, das ich bzw. wir das unseren Kindern auch bald ermöglichen dürfen.

Ehegezänke

Zur Zeit haben wir einen Ehe-Durchhänger, was daran liegen könnte, dass mein Mann und ich komplett unterschiedlich im Bezug auf Internet und soziale Medien zu sprechen sind. Ich nutze es reichlich, er gar nicht und versteht folglich auch nicht, wenn man seine Zeit daran „verschwendet“.

Während ich also viel meiner Zeit in den sozialen Netzwerken verbringe, auch um gefühlt ständig meinen Hauptblog zu bewerben, ist eher eher der total geerdete Typ, der Handarbeit und tatkräftiges vorzieht. Was sonst kein Problem ist, da er den ganzen Tag beim arbeiten ist, wurde nun in der Familienferienzeit zum Problem, da er sich von mir vernachlässigt fühlt und eifersüchtig auf meine Internetkontakte ist. Eifersüchtig! Das gab es in unserer Ehe noch nie. Was ist da los?

Ich bin sehr auf Twitter aktiv und unterhalte mich dort mit den Menschen im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt. Persönliches, Glaube und Politik sind die Hauptthemen und ja, es macht mir riesigen Spaß! Da es mir schon immer wichtig war und ist, dass mein Mann und ich keine Geheimnisse voneinander haben, erzähle ich ihm auch von meinen Internetkontakten und auch, worüber wir uns unterhalten. Nicht immer bis ins kleinste Detail, es ist meistens ein Kurzüberblick. Auch erzähle ich ihm, mit wem ich mich dort unterhalte. Es sind einige Männer 40+, mit denen ich mich sehr gerne unterhalte, da ich das Gefühl habe, die sind geistlich (glaubenstechnisch) auf derselben Wellenlänge wie ich sind. Meine konservativen Einstellungen führen bei Gleichaltrigen eher zu verächtlichen Worten, als zu konstruktiven Gesprächen. Mittlerweile las ich zu viel über diverse Dinge, um dem Zeitgeist zustimmen zu können. Ein Manko, denn mein Mann liest nicht gerne und demzufolge weiß er auch nur dann was mich beschäftigt, wenn ich einen Gedankengang zu Ende geführt habe und es ihm folgend erzähle. Den Prozess zum Ergebnis führe ich am Liebsten mit meinen Onlinekontakten, da mehrere Sichtweisen vorhanden und somit ein breiterer Überblick zu der jeweiligen Thematik, und ja, da sind einige Männer dabei (nicht nur!). Mit Männern konnte ich mich immer schon am Besten unterhalten und das wüsste mein Mann im Grunde, da ich einige platonische Freundschaften mit Männern hatte, als wir uns kennen lernten. Die sind zwar alle in den letzten Jahren verlaufen, aber eher aus dem Grund, da mich/ uns die Kinder voll in Beschlag nahmen und daher externe Kontakte aus Zeitgründen zur Mangelware wurden. Jetzt wären wir soweit, wieder vermehrt Freundschaften pflegen zu können, nun haben die Freunde kleine Kinder, also muss nochmals ein paar Jahre gewartet werden. Wir waren die ersten im Freundeskreis, die Kinder bekamen.

Was ist wichtiger, die Internetkontakte oder mein Mann? Da kann ich ganz klar antworten: Mein Mann! Er ist der Mensch, den ich geheiratet habe und versprach, mit ihm meinen Lebensweg zu gehen. In guten, sowie in schlechten Zeiten. Wir haben keine schlechte Zeit, uns geht es gut, bis auf ein paar zwischenmenschliche Diskrepanzen, was auf zu wenig Zeit für uns beide zurückzuführen ist.

Wir haben in den letzten sechs Jahren drei Kinder bekommen! Das war, zumindest für mich, ein mächtiger Schritt, da es mein Ruhebedürfnis immer wieder enorm stört und ich mir so andere Wege suchte, wie ich Abstand zu dem Ganzen nehmen kann. Ein Weg ist das Internet. War es schon immer, auch schon früher. Ich war in zahlreichen Chatrooms angemeldet und unterhielt mich dort anonym über meine Probleme, mit wildfremden Menschen. Eine Strategie, die ich wohl bis heute beibehielt, sehr zum Leidwesen des Mannes. „Ich wäre so sehr vom Internet abgelenkt, dass ich keinen Kopf mehr für die realen Dinge hätte, die ja wohl wichtiger wären“, so mein Mann. Da muss ich ihm recht geben, wenn mich was beschäftigt und ich darüber nachdenke, dann bin ich geistig komplett abwesend. Neben mir könnte ein Baum umfallen und ich würde es nicht bemerken. Zudem muss ich dann die Ergebnisse meiner Gedanken noch aufschreiben, das ist mir unglaublich wichtig und dauert dann zusätzlich noch eine ganze Weile.

Ja, ich scheine ein sehr komplizierter Fall zu sein…

Meine Familie ist mein ein und alles, aber das zeige ich wohl zu wenig. Ich würde niemals ohne meinen Mann und meine Kinder sein wollen! Aber ich möchte eben auch viel Ruhe und Zeit für mich und diese beiden Bedürfnisse gehen derzeit nicht zusammen. Werden sie das jemals? Mein Optimismus ist da nicht so hoch.

Mein derzeitiger größter Wunsch: Eine Woche nur ich, meine Bücher, der Laptop und Internet. Das weiß mein Mann auch und er fragte mich folgend, warum ich ihn dann geheiratet hätte, wenn ich ihn nicht bräuchte. Eine sehr legitime Frage, die ich meinem Partner wohl auch in so einer Situation stellen würde. Meine Antwort darauf: Ich brauche ihn, aber nicht so, wie er denkt, dass ich ihn brauche. Er ist ein Mann und Männer benötigen, wohl eher die körperlichen Liebesbeweise. Etwas, was ich derzeit nicht unbedingt bräuchte, ganz im Gegenteil, sehr zum Leidwesen des Gatten. Ich weiß, dass er mich liebt, wenn er einfach da ist und mir den Rücken freihält, was er auch oft tut, aber manchmal wird es ihm wohl zuviel, bzw. er möchte, dass ich ihm ebenfalls den Rücken freihalte, was mir jedoch widerstrebt. Ein Dilemma, mit noch ungewissem Ausgang.

Eins ist jedoch sicher: Eine Trennung steht nicht zur Debatte! Komme da was wolle, wir bleiben zusammen. Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Unsere Lösung? Derzeit noch nicht in Sicht. Wir sind beides Menschen, die gerne produktiv sind. Ich am Laptop oder in meiner kleinen Hobbyschneiderwerkstatt und er im Garten oder in seiner Tischlerwerkstatt. Wir haben beide sehr zeitintensive Hobbies, bei denen, ja leider, die Kinder eher ein Störfaktor sind. Mein Mann hat da noch mehr Nerven als ich und integriert die Kinder in seine Tätigkeiten. Ich hingegen benötige absolute Ruhe, um mich konzentrieren zu können. Nicht sehr förderlich für den Familienalltag mit kleinen Kindern.

Ich bin das Problem, soviel steht fest. Nur, wie schaffe ich dem Abhilfe? Indem ich alle meine Hobbies aufgebe? Nein. Also muss ich es wohl zeitlich reduzieren.

Feste Arbeitszeiten für Blog und Schneiderwerkstatt. Wobei letzteres ohnehin in der letzten Zeit nicht viel Beachtung fand. Sonst tippe ich jeden Gedankenfetzen immer gleich ins Smartphone ein, oder setze mich an den Laptop. Das muss ich wohl einschränken. Nur, wie bekomme ich das hin? Wie kann ich diesen Drang einschränken, alles aufschreiben zu wollen, was mich beschäftigt? Ist das bereits eine Art Sucht? Es geht mir nicht darum, dass es möglichst viele Menschen lesen, jedenfalls auf diesem Blog hier nicht, sondern eher darum, meine Erlebnisse zu verarbeiten, um klare Gedanken fassen zu können. Ein Monolog.

Einmal Raucher, immer Raucher.

Lange Jahre war ich starke Raucherin, obwohl ich mich als Kind vor dem Raucheratem meines Vaters ekelte. Wie es dazu kam, dass ich trotzdem damit begann? Weil ich als junge Frau so doof war und dachte, meinen Schwarm, der ebenfalls rauchte, damit beeindrucken zu können.

Schön blöd.

Mein Beruf in der Pflege war dann auch noch sehr förderlich für diese Sucht, da wahrscheinlich 70% der Pflegekräfte rauchten, dazumal. Vermutlich ist es heute auch noch so. Rauchen wird als Stressabbau gesehen und als Belohnung für sich selbst.

Also rauchte ich. Zu Spitzenzeiten waren es zwei Schachteln am Tag, bzw. in der Nacht. Es war meine Nachtschichtzeit mit Anfang 20, gab gutes Geld! Und Geld benötigte ich dazumal viel, auch um meine Sucht finanzieren zu können, was sage und schreibe rund € 300,– im Monat ausmachte. Bei € 1.200,– Grundgehalt direkt nach der Ausbildung, ein ordentlicher Batzen Geld.

Und so rauchte und rauchte und rauchte ich. Mein Mann lernte mich auch noch als Raucherin kennen und obwohl es ihn störte, nahm er mich so wie ich bin. Erst als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, als ich den positiven Test in der Hand hatte, hörte ich auf. War auch immer mein selbsterklärtes Ziel: „Wenn ich schwanger werde, höre ich auf!“

Die erste Zeit war wirklich sehr hart für mich, vor allem, da in dem Altenheim in dem ich dazumal arbeitete, die Bewohner in ihren Zimmern rauchen durften und ich somit ständig den Geruch in der Nase hatte. Ab und an bin ich schwach geworden, auch da es normal war, mit den Bewohnern in den Zimmern zu rauchen. Für Raucher war dieses Altenheim ein Schlaraffenland! Und nein, das war nicht in Deutschland, dort wäre sowas aus Brandschutzgründen verboten.

Nun gut, aber ich schaffte es. Musste! Ich wollte meinem Kind nicht schaden.

Als der Herr Sohnemann in etwa ein Jahr alt war und ich abgestillt hatte, packte mich die Lust an den Rauchwaren wieder, leider. Ich fing mit dem Mist wieder an, bis zur zweiten Schwangerschaft. Da die dritte Schwangerschaft dann recht bald darauf folgte, hatte ich gar keine Zeit mehr, wieder mit dem Rauchen zu beginnen. So ein Glück für mich! Und Glück für meinen Mann.

Seitdem rührte ich keine Zigarette mehr an, bis vor ein paar Tagen.

Es wurde eine Kindergeburtstagsparty vom Nachbarskind im Garten ausgerichtet, unsere Kinder waren ebenfalls mit eingeladen und für Erwachsenengetränke war auch reichlich gesorgt. Ihr wisst, was ich meine. Irgendwann, nach ein paar Gläsern Prosecco, hatte ich Lust auf eine Zigarette. Alkohol und Zigaretten, eine Kombination, die für mich immer zusammengehörte. Als alle Gäste dann weg waren, fragte ich meine Nachbarin, ob ich mir eine Zigarette nehmen darf. Und so zündete ich mir meine erste Zigarette nach drei Jahren an. Es schmeckte! Meinem Mann gab ich auch noch ein paar Paffer ab, der schon immer nur für den Genuss rauchen konnte.

Danach dachte ich mir: Ok…! War das jetzt wirklich so gut und durchdacht von mir? Weil, einmal süchtig, immer süchtig. Einmal Raucher, immer Raucher.

Am nächsten Morgen hat mir der ganze Rachen gekratzt. Unangenehm! Ganz klar von der Zigarette. Ich war total gerädert, woran der Alkohol natürlich auch seine Schuld hatte, seitdem ich Mama bin, vertrage ich keinen Alkohol mehr, aber das unangenehme Gefühl in Hals und Rachen kam ganz eindeutig von der Zigarette.

Die Nikotinsucht ist in erster Linie keine körperliche Sucht, wie das bei Alkohol der Fall ist, es ist eine psychische Sache. Das Nikotin hat der Körper nach ein bis zwei Tagen ausgeschieden, aber der Kopf, das Gehirn, verlangt noch lange danach, da es die Belohnungsrezeptoren befriedigt. Man redet sich ein, sich damit was Gutes zu tun: „Boah, war das ein stressiger Tag! Jetzt erstmal eine rauchen. Oh, der Alkohol schmeckt so gut und es ist so gemütlich! Dazu passt nun perfekt eine Zigarette.“ Oder auch die Gewohnheit, was für mich persönlich der größte Faktor war:
Pause, Zigarette an.
Kaffee trinken, Zigarette an.
Mit Freunden gemütlich zusammen sitzen, Zigarette an.
Stressiger Tag gehabt, Zigarette an.
Im Sommer raus sitzen, Zigarette an.
Langeweile? Zigarette an.
Werbepause zwischen dem Spielfilm: Zigarette an.

Gut, dass ich das überwinden durfte! Und nein, mich macht nun keine weitere Zigarette an. Ganz im Gegenteil.

Wie das Smartphone uns die Zeit stiehlt.

Zur Zeit bin ich einfach nur noch dauermüde. Es sind Ferien, alle drei Kinder ganztags zu Hause und nein, ich habe niemand, dem ich die Kinder regelmäßig zur Betreuung geben könnte. Klar, professionelle Ferienbetreuung wäre eine Option, aber erstens würden den Kindern die Ferien genommen werden und zweitens ist es einfach nur sauteuer. Freie Zeit im Sinne von Freizeit, also frei verfügbare Zeit, in der ich tun und lassen kann, was ich will, ist ohnehin seit Jahren schon aus meinem Leben verschwunden. Ich versuche mir neben den Kinder Zeiten für mich herauszuschinden, in denen ich das tue, was mir Spaß macht.

Immer öfter verdaddel ich meine Zeit jedoch sinnlos vor dem Smartphone. Es ist in der letzten Zeit zu viel geworden, daher entschloss ich mich, einige Apps vorläufig zu löschen. WhatsApp und Instagram sind dem nun zum Opfer gefallen, diese taten am wenigsten weh. Es war also kein großes Opfer für mich. Facebook und Twitter nutze ich noch, wobei Letzteres fast ständig in Nutzung ist.

Und so vergehen die Minuten, die Stunden, die Tage. Ständig das Smartphone in der Hand um auf eine Nachricht zu antworten, oder die News zu lesen. Ich bin politisch, wissenschaftlich und ökonomisch sehr interessiert, aber ich komme der Flut an Informationen kaum hinterher. Es ist zuviel! Es gibt immer noch eine Sichtweise, einen weiteren Gesichtspunkt, eine Gegenmeinung und schlussendlich weiß man doch nicht, was man davon halten soll. Gute Argumentationen gibt es viele, aber welche entsprechen der Richtigkeit? Gibt es bei gewissen Fragen überhaupt richtig oder falsch? Ab und an komme ich zu dem Entschluss: Nein. Vieles ist auf menschliches Versagen zurückzuführen, aber niemand kann und darf von sich behaupten, dass er in der Situation nicht denselben Fehler begangen, oder dieselbe Entscheidung getroffen hätte.

So weit so gut.

Jedoch sind diese ganzen Informationen nur für meinen Kopf. Was bringt mir dieses Wissen? Im Moment wohl nichts, außer dass mir die gesamte Menschheit immer suspekter wird. Eins ist sicher: der Mensch agiert nie selbstlos. Es wird immer so gehandelt, dass man auch selbst was davon hat und darauf geachtet, das größte Tortenstück zu erwischen.

Die Abgründe des menschlichen Wesens. Dazu machte ich vor kurzem einen spannenden Test auf BBC, welcher auf der Basis einer Studie erstellt wurde: http://www.bbc.com/future/story/20151123-how-dark-is-your-personality . Jeder Mensch trägt dunkle Seiten in sich.

Nun frage ich mich, was ist wichtiger: die Zeit mit Menschen aus der Onlinewelt zu verbringen, oder mit real existierenden Menschen, die zeitgleich auch noch meine Kinder sind? Die Antwort dürfte recht einfach sein: Kinder. Warum tue ich es dann nicht? Weswegen ist die Onlinewelt so viel attraktiver für mich, obwohl es mich viel mehr überreizt? Mein Leben wäre so viel einfacher und vor allem auch mehr von innerlicher Ruhe geprägt, wenn ich dieses Smartphone einfach nicht hätte!

Hier wären wir wahrscheinlich beim Faktor Sucht angekommen. Können wir, kann ich überhaupt noch ohne Smartphone leben? Meine derzeitige Antwort: Nein. Ich möchte hierbei keine Ausflüchte für mich selbst suchen, da ich mich selbst belügen würde. Genauso wie ein Raucher der sagt, er könne jederzeit ohne Probleme mit dem Rauchen aufhören, aber aus diesen oder jenen Gründen möchte er es derzeit nicht. Der Mensch belügt sich gerne selbst um Fehlverhalten vor sich selbst rechtfertigen zu können.

Das Smartphone stiehlt uns die Zeit!

Vor kurzem gab es auf Twitter eine Diskussion was wichtiger sei, Gemeinschaft mit Menschen, oder das Innere des Menschen mit Nahrung zu füttern, wobei soziale Netzwerke hierbei eine große Rolle spielten. Da muss ich ganz ehrlich sagen, ich bevorzuge die Gespräche und den Austausch mit den Menschen Vorort, auch wenn diese nie den Tiefgang haben, wie so einige Gespräche im Netz. Das Internet, die sozialen Netzwerke, sollten ein Zusatzangebot für die Menschen, aber nicht die Hauptbezugsquelle für menschliche Interaktion sein.

Den besten Freund geheiratet

Als mein Mann und ich uns kennen lernten, waren wir beide Mitte zwanzig. Aufgrund religiöser Gesetzlichkeiten enthielten wir uns bis zur Ehe. Sprich, als wir uns kennen lernten, hatte keiner von uns beiden schon mal Sex. Aber beide hatten wir ein enormes Laster: die Pornografie.

Ich sage absichtlich Laster, da es mich/ uns, im Nachhinein gesehen, sehr negativ beeinflusste. Eines unserer ersten Kennenlerngespräche drehte sich um unsere gemeinsame „Liebe zu dem Porno“ und waren ganz stolz, dass wir so offen darüber sprechen konnte, da die Christen, mit denen wir befreundet waren alle eher ziemlich verklemmt waren.

So weit, so gut.

Wir kamen uns folgend körperlich schnell näher und redeten uns heraus, dass Sex bereits der Beginn der Ehe sei und wenn wir vorhätten zu heiraten, wäre das schon so in Ordnung. Zwei Jahre nach unserem Kennenlernen heirateten wir.

Erste Zeit

Die erste Zeit, als wir zusammenkamen war wunderschön. Wir erzählten uns alles. ALLES. Wir hatten keine Geheimnisse voneinander. Etwas, wovon wir bis heute zehren, da es einfach unendlich Vertrauen aufbaute. Ich konnte bei der Hochzeit mit gutem Gewissen sagen: Ich heirate meinen besten Freund! Was mich meine Zweifel vergessen ließ, denn im Grunde war es nie die Art von Mann, die ich mir erträumt hatte. Wir hatten und haben absolut keine Gemeinsamkeiten. Weder bei Hobbies, noch bei Musik, noch bei Freunden. Letzteres verlief sich im Laufe der letzten Jahre und die Freunde die wir haben, wurden immer mehr zu gemeinsamen, da es so einfach war und ist. Als Familie hat man nicht die Zeit, dass jeder ständig seine eigenen Freunde trifft. Besonders in der Kleinkindphase waren Freunde eher überhaupt nicht gefragt, sondern eher: am Abend Beine auf den Tisch und vor sich hindösen, bis man irgendwann ins Bett fiel. Zeit für anderen blieb nicht viel.

Meine Zweifel bei unserer standesamtlichen Hochzeit bezogen sich darauf, ob ich wirklich mein ganzes Leben lang bei diesem Mann bleiben wollen würde. Ich achte ihn und Liebe ihn, er ist ein guter Mann. Aber diese richtige Liebe, die von innen kommt und einen erzittern lässt, war er nicht. Dieses Gefühl schenkte ich einem anderen Mann, der leider jedoch nie Interesse erotischer Natur an mir zeigte. Noch heute Träume ich ab und zu von ihm und fühle mich komplett schlecht dabei. Dieser Mann ist mittlerweile logischerweise verheiratet und hat eine eigene Familie. Da ist nichts mehr zu machen und das weiß mein Hirn. Sollte es jedenfalls wissen…

Die Ehejahre im Kurzüberblick

Unsere ersten Ehejahre waren sehr harmonisch. Wir arbeiteten beide in unseren Berufen und in unserer Freizeit machten wir viel zusammen. Streit suchte man bei uns vergeblich. Immer einer Meinung- meistens. Und wenn mal verschiedene Meinungen, wurde es ruhig ausdiskutiert. Ein Träumchen von einer Ehe!

Dann wurde ich schwanger mit unserem ersten Kind. Die Schwangerschaft verlief problemlos, aber die Geburt war ein einschneidendes Erlebnis für uns. Danach war für mich, für uns, nichts mehr wie zuvor. Eine schwere Geburt, ich Wochenbettdepressionen und mein Mann ging sehr bald nach der Geburt wieder arbeiten- wollte seinen Chef nicht alleine lassen mit den vielen Aufträgen. Ich zuhause, völlig überfordert mit der neuen Situation und mein Kopf produzierte allerhand sehr negative Szenarien, bis dahin, dass ich mein Kind nicht wollte. Unser Wunschkind!

Zwei Jahre später kam unser zweites Kind, diesmal verlief alles reibungslos und wir erfreuten uns unseres Lebens. Durch die Geburtsnähte, war Sex nach den Wochenblutungen lange für mich nur mit großen Schmerzen verbunden und meine Lust nahm rapide ab. Als es dann langsam besser wurde, nach etwa 11 Monaten nach der Geburt, wurde ich überraschend wieder schwanger. Kind Nummer drei wurde ebenfalls wieder eine schwere Geburt und ich war komplett ausgelastet mit Verarbeiten der Geburt und drei kleinen Kindern zuhause. Mein Mann nahm sich zum Glück den sogenannten Papamonat, aber allein mit dem war es nicht getan. Ich hätte kontinuierliche Hilfe mit den Kindern benötigt, aber woher kriegen, wenn nicht stehlen?

Und so wurschtelte ich mich durch die Jahre. Gefühlt an einem Arm die Kinder und am anderen mein Mann und ich hatte und habe nur noch den inneren Drang einfach auszubrechen. Meine Psyche ist angeschlagen, was bestimmt ein Grund für den Libidoverlust sein könnte. Das Hirn ist die zentrale Schaltstelle des Körpers und wenn da irgendetwas blockiert, funktionieren gewisse Dinge nicht mehr.

Ich kann mit Freude und mit vollkommener Überzeugung sagen: Ich habe meinen besten Freund geheiratet! Nur die Frage ist, wie wir das alles in der Zukunft handhaben werden.